„Day Lies Back“ im Interview“ –
Tage kommen und gehen

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Tage kommen und gehen

Draußen scheint heiß die Frühlingssonne vom Himmel, doch zum Interview zieht es uns ins Kühle. Im Proberaum der Band Day Lies Back machen wir es uns zwischen Green Day- und Iron Maiden-Postern bequem und starten.

DIE LEBENDIGEN
Viele leben Tag ein Tag aus nach dem Motto „Zeit ist Geld“. Doch vier Jungs aus Hamburg fühlen sich lebendig: Sänger und Gitarrist Jay (23), Gitarrist Danny (20), Bassist Ian (21) und der Mann am Schlagzeug Florian (21). Sie nutzen jeden Tag, um am Ende sagen zu können „Day Lies Back“ – der Tag liegt zurück.

Schon in frühen Kindheitstagen griff Jay zur Gitarre. „Ich habe damals die Band Green Day im Fernsehen spielen sehen. Das hat mich total umgehauen“, erinnert er sich freudestrahlend. Beim Gesang bekam er Unterstützung von seiner Mutter, die selbst Musik machte. „Erst klang es ganz schief, aber dann hat mich das immer mehr gepackt, es machte Spaß und dann bin ich dabei geblieben“ und trällert ein paar schiefe Noten ins Mikro.

Danny erinnert sich: „Ich habe schon ganz früh Metal gehört. Ich erinnere mich noch, wie mein Vater und ich im Wohnzimmer immer mal einen Männerabend gemacht und z.B. Musik von Iron Maiden gehört haben. Das fand ich immer geil. Und mit acht Jahren habe ich dann eine Gitarre geschenkt bekommen. Es ist einfach cool, wenn du deine Lieblingsmusik selber mitspielen kannst.“

„Mein Vater ist auch Musiker und hat mich schon früh mit Bands wie Deep Purple geprägt“, beginnt Ian zu erzählen. Es sollte jedoch der Film „School of Rock“ sein Übriges tun und Ian und seinen Bruder zum Gitarre spielen verleiten. Ian spielte jahrelang Gitarre und wechselte zum Schlagzeug. „Dann suchte mein Bruder einen Bassisten für seine Band. Seitdem spiele ich Bass. Ist ja auch viel einfacher“, lacht er.

Florian entschied sich fürs Schlagzeug, um in der 5. Klasse in einer Schulband zu spielen. Er ließ sich Unterricht von einem Oberstufenschüler geben und spielte in der Vergangenheit in mehreren Bands.

DER TAG LIEGT ZURÜCK
Florian und Ian kennen sich seit der Schulzeit und gründeten mit Danny und einem anderen Sänger eine Band. „Mit dem Sänger hat es dann leider zwischenmenschlich nicht ganz gepasst und so entschieden wir anderen drei, dass wir die Band verlassen und etwas Neues versuchen“, erklärt Florian. Kurz darauf stießen sie auf Jay. Es wurde geprobt und festgestellt „Das läuft“. Im Juni 2017 gründete sich Day Lies Back bis dato noch ohne Namen.

Es wurde überlegt, diskutiert; Namen aufgeschrieben und durchgestrichen. Eines Abends hatte Ian in einer Bar die zündende Idee: Day Lies Back. Er interpretiert: „Im Leben fängt man klein an und nichts im Laufe der Zeit wird einfacher. Aber am Abend liegt der Tag zurück, egal wie leicht oder mühselig er war. Den nächsten Tag startet man von neuem. Man sollte also immer weitermachen. Und zwar das, was man will.“

Und täglich machen sie die Musik, die sie wollen. Ihr Alternative Hardrock setzt sich aus vielen Musikgenres zusammen. Jeder Song hat seine eigene Stimmung. Mal spürt man einen Hauch Blues, mal knallt der Metal durch. Themen wie Spaß am Leben, Selbstfindung, Hass und Politik werden mit moderner rockiger Note widergegeben, denn „wir lassen uns ungern in eine Schublade stecken“. Der warme und doch leicht rotzige Gesang hält am Ende alles zusammen und lädt zum Zuhören ein.

TAGE WIE DIESE
Der erste Auftritt von jedem einzelnen liegt lange zurück – um genau zu sein in der Schulzeit. Florian sagt: „Ich war damals so nervös, weil das so viele Leute waren“ und Jay lacht: „Man hat sich vor Aufregung fast in die Hose geschissen. Man musste halt aufpassen, dass nicht wirklich was rauskommt.“ Alle erinnern sich an diesen ersten besonderen Tag. „Ich habe damals noch Gitarre gespielt und gesungen – im Stimmbruch“, grinst Ian in die Runde. Im Vergleich zum ersten Auftritt mit Day Lies Back war die Aufregung anders. „Man war aufgeregt, aber es hat immer was gefehlt. Heute, wenn wir auf der Bühne sind, dann kippt ein Schalter und man ist komplett in einer anderen Welt. Das ist ein total geiles Gefühl. Man kann noch so aufgeregt sein, sobald man auf der Bühne steht und den ersten Ton spielt, ist das alles vergessen“, findet Danny. Die Jungs spüren, dass sie das Richtige tun und dass sie zusammen etwas erreichen können.

Dass es Jay, Danny, Ian und Florian draufhaben findet auch jemand aus der Fangemeinde. „Wir haben unser erstes `Fan-Girl´ vor zwei Wochen getroffen“, beginnt Florian zu erzählen. Ich merke, wie ein Staunen durch die Runde geht und Jay sagt: „Die hat sich eine Songzeile von uns tätowieren lassen!“ Für die Jungs eine Bestätigung ihrer Musik und ein Ehrgefühl. Da fallen den Jungs Momente ein, in denen sie selbst Fan waren. „Der Sänger von Stone Sour hat mir beim Konzert 2015 eine Ghetto-Faus gegeben“, strahlt Ian und ergänzt scherzend: „Die Hand habe ich mir bis heute nicht gewaschen.“ Auch wenn Danny keinen Moment mit einem berühmten Sänger geteilt hat, so verbrachte er das Iron Maiden-Konzert auf Wacken mit einer großen Metal-Familie: „Ich stand mitten in der Menge und hatte die ganze Zeit Gänsehaut, weil ich es so geil fand!“ Tage wie diese erinnern die Vier immer wieder daran, dass Musik verbindet und Emotionen und Erinnerungen in einem weckt.

WEITERMACHEN
Wem es nicht möglich ist, Day Lies Back live zu sehen, hat auf Youtube die Möglichkeit, zwei Songs in Dauerschleife laufen zu lassen. „Stay“ und „Give It Up“ wurden im „kleinen aber feinen Tonstudio“ bei Jay zu Hause produziert. Das kam den Jungs ganz gelegen, denn mit ihrer Musik setzen sie sich nicht unter Zeitdruck. Sie nahmen sich die Zeit, die sie brauchten und so werden sie das auch bei ihrer geplanten EP tun. Wir dürfen gespannt sein, wann wir das gepresste Ding in Händen halten oder online hören können. Schwerfallen wird es ihnen sicher nicht, denn alle passen wie ein Uhrwerk perfekt zusammen: Jay lässt sich von jeder Melodie zum Singen inspirieren, Danny ist ein laufender „Terminkalender“ und „Band-Teddybär“, der immer für gute Laune sorgt, Ian spielt am Bass nicht nur die Grundtöne, sondern variiert in seinen Melodien und Florian bringt mit seinem Schlagzeug alles ein, was er zu bieten hat, ohne zu übertreiben. Motivation, Ehrgeiz und Zuverlässigkeit werden hier groß geschrieben.

Was die Zukunft bringen wird, das wissen sie nicht, aber sie möchten mit ihrer Musik so viele Menschen wie möglich erreichen und Erfolg haben. Sie alle haben das gleiche Ziel und wollen immer weitermachen. „Nie den Spaß an der Sache verlieren und bloß nicht aufgeben!“, denn Tage kommen und gehen.

Es ist schade, dass die Jungs beim Online-Voting der Jungen Bühne keinen Auftritt zur Kieler Woche 2018 ergattern konnten. Wer sie dennoch nicht verpassen will, der komme am 09.06. in die Pumpe Kiel zum SPH-Bandkontest!

Das Interview wurde am 08.04.18 in Barmstedt geführt.

© Kreativpur – Verena Christ

 

 


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