„Pay Pandora“ im Interview“ –
Die Büchse der Pandora bleibt geschlossen

 

Die Büchse der Pandora bleibt geschlossen.

Es ist ein grauer Tag, aber schnell werde ich wärmst von den lieben Leuten von Pay Pandora empfangen. Extra aus Heide sind sie angereist, um mir ein paar Fragen zu beantworten.

DIE WÄCHTER
Frontfrau Chiara am Gesang und der Rhythmus-Gitarre (22), Leadgitarrist Thies (21), Bassist Marek (24) und Schlagzeuger Tommy (22) wachen über Pandora, dessen Büchse nicht geöffnet werden soll und bilden somit die Band Pay Pandora.

Chiara grinst in die Runde und erzählt: „Ich habe angefangen zu singen, weil es damals dieses `Schni Schna Schnappi´-Lied gab. Ich war ungefähr in dem Alter der Sängerin und dachte mir `Ich werde Sängerin. Ich möchte auch so ein Lied machen´.“ Bisher kam es nicht dazu, aber: „Wenn mich jemand fragen würde, ich wäre sofort dabei.“ Gitarre kam dann dazu, weil es ihr Spaß machte.

Thies bekam mit zehn Jahren eine Gitarre von seinem Vater zu Weihnachten geschenkt. Das bereitete ihm so viel Spaß, dass er dabei geblieben ist. „Ich kann gar nicht glauben, dass das schon 12 Jahre her ist“, sagt er.

„Ich bin wahrscheinlich der einzige, der unfreiwillig zu seinem Instrument gekommen ist. Ich habe eigentlich Gitarre gespielt. Die Spinner hier suchten einen Bassisten und haben mich gefragt. Meinten `Sind zwei Saiten weniger. Ist einfacher´ und seitdem spiele ich Bass“, erzählt Marek. Auch wenn Bass nicht seine erste Wahl war, gibt er zu verstehen: „Bass ist ein ziemlich cooles Instrument. Wenn der Bass da ist, merkt das keiner, aber wenn er fehlt, fällt das allen auf!“

Tommy erinnert sich lachend: „Ich habe angefangen Schlagzeug zu spielen, als ich sechs Jahre alt war. Da habe ich ein Schlagzeug zu Weihnachten bekommen. Seitdem halte ich zum Leid meiner Nachbarn daran fest.“

VOR DEM UNHEIL BEWAHREN

Chiara und Thies spielten bereits vorher in einer Band, die sich aus verschiedenen Gründen auflöste. Die beiden wollten an der Musik festhalten und machten sich auf die Suche. „Tommy kennt man in Dithmarschen“, meint Thies. Bei einer gemeinsamen Jamsession fand dieser „Super-geil. Das macht mir voll Spaß mit euch“. Fehlte nur noch der Mann am Bass – Marek. „Marek hat vorher noch nie einen Bass in der Hand gehabt, aber er machte sich gut“, erinnert sich Thies. So fanden die vier Wächter im Sommer 2014 zueinander.

Wächter? Jeder weiß, dass, wenn man die Büchse der Pandora öffnet, Unheil hereinbricht. Aber wer möchte das schon? Chiara, Thies, Marek und Tommy erklären mir: „Wir möchten die Leute mit unserer Musik bezahlen, damit sie die Büchse der Pandora geschlossen lassen. Im Endeffekt bewahren wir alle vor dem Unheil.“ Und das schaffen sie sehr gut. Mit ihrem Hardrock begeistern sie seit vier Jahren ihr Publikum, das stetig wächst. Harte Songs erinnern an typischen Rock, Klassik Rock und Alternative Rock. Aber auch weichere Rock-Balladen dürfen in ihrem Repertoire nicht fehlen. „Es muss fett klingen und drücken, sonst taugt das nichts“, fassen sie ihren Musikstil zusammen. Wer mit solch einem Ohrenschmaus bezahlt wird, lässt ganz sicher die Finger von der Büchse der Pandora!

DIE EIGENE BÜCHSE ÖFFNEN
An ihren ersten Auftritt erinnern sie sich, als wäre es erst gestern gewesen. „Es war unsere zweite Bandprobe und mir wurde gesagt, dass wir am kommenden Wochenende schon unseren ersten Auftritt haben“, erinnert sich Marek und alle beginnen zu lachen. Pay Pandora wurden regelrecht ins kalte Wasser geschmissen. Marek lacht und gestikuliert: „Ich kann mich noch erinnern, ich stand da oben und es war für mich der erste richtige Auftritt. An das Licht auf der Bühne musste ich mich erst noch gewöhnen und konnte von oben kaum die Bünde erkennen. Heißt, ich stand da so und habe die ganze Zeit auf meinen Bass geschielt `Wo sind die Bünde, wo muss ich hin´.“ „Wir kannten uns noch nicht so lange und wussten nicht, wie jeder auf der Bühne agiert“, gibt Thies dann zu verstehen. „Nach dem Auftritt wussten wir aber, dass wir das weiterverfolgen wollen“, ergänzt Tommy.

Im Laufe der letzten vier Jahre haben sie sich stark weiterentwickelt und sind nun, wie sie selbst sagen, musikalisch dort angelangt, wo sie hinwollen. Es ist Zeit, die eigene Büchse zu öffnen! „Wenn der erste Song gespielt ist und die Leute toben, dann weißt du, der nächste Song kann kommen“, findet Thies. Alle Aufregung der letzten Minuten vor dem Auftritt ist verflogen; es wird auf „Play“ gedrückt und der Spaß kann für Band und Publikum beginnen. Marek fällt dabei ein: „Ekelhaft ist es, wenn es still ist. Z.B. in Motorradclubs. Die stehen da, Arme verschränkt, gucken grimmig. Die mögen das, aber die zeigen das nicht. Und man denkt, man hat was falsch gemacht.“ Aber Auftritte von Pay Pandora machen immer gute Laune. Da ist es egal, ob ein Bandmitglied ausrutscht, eine Gitarren-Saite reißt, ein Stick aus der Hand fliegt oder Chiara sich das Mikro ausversehen ins Gesicht schlägt.

Gemeinsam haben sie schon viel erlebt. Und Fans sind ein großer Teil davon. Tommy bekommt leuchtende Augen und erzählt: „ Gestern erst haben wir einen Fan getroffen, der extra aus Dortmund angereist ist, um uns zu sehen. Wir kannten ihn nicht persönlich, aber es gibt kein Foto von uns bei Facebook, das er nicht liked oder kommentiert. Der konnte es gar nicht glauben, dass wir es wirklich sind“. „An dieser Stelle möchten wir Sascha ganz lieb grüßen. Danke, dass du gestern da warst!“ Ein besonderes Banderlebnis sind auch die erste EP „Rise“ und ihr erstes Musikvideo zu „Good In Bad“. EP und Video schweißten die Band noch mehr zusammen und Erfahrungen wurden gesammelt. Ganz kurz kommen wir auf Chiaras Auftritt bei The Voice of Germany 2017 zu sprechen. „Es war komplett anders, als ich es mir vorgestellt habe. Ich war leider nicht lange dabei, aber ich würde es immer wieder machen. Gesangstechnisch habe ich sehr viel gelernt und mitnehmen können“, berichtet sie glücklich. Thies, Marek und Tommy sind trotzdem unheimlich stolz auf sie.

EINMAL OFFEN, IMMER OFFEN
Die Wächter haben ihre eigene Büchse geöffnet und einmal offen, ist sie für immer offen. Für die nähere Zukunft planen sie ihr erstes Album und ein neues Musikvideo, aber auch „mit AC/DC im Rock-Programm spielen wäre cool“, witzelt Marek. Sie sind wie Geschwister und verbringen auch privat viel Zeit miteinander – diese humorvolle Truppe hat viel erlebt.

Bald sind Pay Pandora wieder 2x auf der Kieler Woche 2018 vertreten. „Es ist mega-geil, dass wir wieder auftreten dürfen, denn die Kieler Woche-Gigs sind im Jahr mit die besten!“ Wir neigen uns dem Ende entgegen und es ist Zeit, die letzten Worte zu sprechen: „An alle, die auf solche Veranstaltungen gehen, möchten wir sagen, dass sie das bitte weiterhin machen sollen. Davon lebt die junge Musikszene und wenn die Leute immer nur vor dem Bildschirm sitzen oder sich online die Musik anhören, dann wird es bald keine neue Musik mehr geben. Bands werden nur bekannt, wenn sie gehört werden. Junge Bands fangen mit Live-Auftritten an, bevor sie etwas veröffentlichen können. Also kommt vorbei und habt Spaß. Eine CD ist nicht vergleichbar mit der Live-Show!“ Tipp: Einfach mal stehen bleiben und zuhören statt zu sagen „Kenne ich nicht, mag ich nicht“.

Das Interview wurde am 15.04.18 in Kiel geführt.
© Kreativpur – Verena Christ

 


Countdown bis zum Anglasen:

Kieler Woche 2018 vom 16. juni – 24. juni 2018
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„Damn! Escape“ im Interview –
sie sind entwischt!

 

Sie sind entwischt!

Es regnet im supernormalen Elmshorn, aber das lässt die Jungs von Damn! Escape und mich nicht davon abhalten, ein Interview zu führen. Im Backstage Bereich vom Apollo ignorieren wir den Soundcheck der anderen Bands und beginnen.

WIE MÄUSE
Wie schlaue Mäuse wuseln Sänger und Rhythmus-Gitarrist Eddy (23), Gitarrist Henry (22), Bassist Gabi (22) und Schlagzeuger Dennis „Triple D“ (23) im Leben und auf der Bühne umher.

Wer Damn! Escape schon live erlebt hat, hört und sieht, dass die Jungs aus Lüneburg nicht erst seit gestern ihre Instrumente spielen. „Ich hab, als ich acht war, eine Gitarre und Unterricht zu Weihnachten geschenkt bekommen. Seitdem spiele ich Gitarre“, sagt Eddy. Henry überlegt und erinnert sich freudig: „In der Grundschule hatten wir einen Aktionstag und da war ein Gitarrenlehrer zu Besuch. Der hat uns so bisschen die Instrumente gezeigt und da hat mir die Gitarre halt besonders gefallen. Es war zwar eine Akustik-Gitarre, aber ich habe mich trotzdem für Gitarrenunterricht entschieden.“ „Ich habe als kleines Kind angefangen Geige zu spielen und wollte dann als junger Teenager in einer Rockband meiner Schule spielen. Da bin ich auch reingekommen“, beginnt Gabi schmunzelnd. „Nur war ich mit der Geige bisschen fehl am Platz. Jemand hat mir einen Bass umgehängt und gesagt `Das ist nicht schwer´. So habe ich die Liebe zum Instrument entdeckt und sie weiterentwickelt.“ Dennis übte sich früh, indem er auf allem herumtrommelte, was ihm in den Weg kam: „Ich bekam dann ein Kinderschlagzeug, das ich aber bald gegen ein Richtiges getauscht habe“, erinnert er sich lachend.

ENTWISCHT

Wie so oft beginnt alles mit einer Suche. Einer Suche nach Kumpanen, die die gleiche Leidenschaft und einen ähnlichen Musikgeschmack haben. „Ich begann meine Ausbildung in Lüneburg, hatte vorher schon paar Jahre Musik gemacht und wollte eine Rockband gründen“, erzählt Dennis. Für Rock lassen sich viele Jungmusiker finden und so kam es, dass Anfang 2014 so nach und nach alle „eintrudelten“. Und wie so oft geht alles mit einer Suche weiter. Einer Suche nach dem passenden Bandnamen. Gabi grinst und erklärt mir: „`Damn! Escape´ ist ein Insider. In unserem Proberaum gab es eine Maus, die immer unsere Kabel angefressen hat. Wir stellten eine Mäusefalle auf und legten Käse rein. Wir haben sie aber nie gefangen. Der Käse war weg und die Mäusefalle an der Seite leicht aufgebogen.“ „Und dann sagte jemand `Damn! Sie ist escaped – also Verdammt! Sie ist entwischt´, aber das war zu lang für einen Bandnamen. Also haben wir es auf `Damn! Escape´ gekürzt“, fährt Dennis lachend fort. Vier große „Mäuse“ schafften es nicht, mit einer kleinen Maus klarzukommen. Sie ist entwischt.

Aber auch Eddy, Henry, Gabi und Dennis entwischen. Nämlich dem Schrank mit den vielen Schubladen, in die man sie und ihre Musik stecken will. Sie überzeugen mit einem Mix aus härteren, mitreißenden Rocksongs bis hin zu ergreifenden Rockballaden, in denen man immer wieder einen roten Faden erkennt – der typische Damn! Escape-Sound.

Die MÄUSEFALLE SCHNAPPT ZU
Damn! Escape bestehen nicht schon immer aus vier Jungs. Bis September 2017 gab es immer wieder Umbesetzungen und Mitgliederwechsel; seitdem besteht die Formation, wie wir sie heute kennen. Und dann ging es erst richtig los: „Wir wussten, dass unsere Musik funktioniert und wir hatten durch die Auftritte vorher schon Routine“, meint Henry. Zusammen mit der Bremer Band We Are Riot haben sie es richtig krachen lassen und den Abend genossen. „Es war sehr schön und wir spürten, dass wir uns richtig entschieden haben, zu viert weiter zu machen“, sagen sie.

Bevor aber die Bühne gerockt wird: Was passiert in den letzten zehn Minuten vor dem Auftritt? Dennis überlegt und lacht: „Eddy ist müde!“ und „Wir wärmen uns auf und machen uns bühnenklar“, ergänzt Gabi. Die ersten Schritte werden von leichter Nervosität und großer Vorfreude begleitet; im Laufe der ersten beiden Songs verfliegt die Aufregung und der Spaß am Musikmachen bleibt. „Ich habe einmal, statt meines Bass-Solos, die Melodie von `Super Mario´ gespielt. Ich hatte das vorher mit den anderen nicht abgesprochen. Aber es lief“, grinst Gabi. Die „Mäusefalle“ schnappt zu, denn die Musik hält das Publikum gefangen und alle tanzen und feiern mit. Gabi meint dann: „Es ist immer schön, wenn man dann von der Bühne kommt und ein kaltes Getränk in die Hand gedrückt bekommt als kleine Anerkennung.“ Natürlich sind auch sie selbst Fans von Bands und teilen mit mir ihre ganz besonderen Erlebnisse. Während Eddy und Dennis Airdrums zu den Foo Fighters spielen, wurde Gabi ein Song zum 20. Geburtstag gewidmet: „In Hamburg habe ich die Band Quiet Company kennengelernt und neun Monate später habe ich sie bei ihrem Auftritt in Austin (Texas) wiedergesehen. Sie haben mich wiedererkannt und ihren letzten Song für mich gespielt. Das war echt cool!“ Henry fängt an zu strahlen und erzählt: „Die Band Airbourne hatte im SATURN in Hamburg eine Autogrammstunde. Ich bin da hin und jetzt habe ich die Unterschriften der Bandmitglieder auf meiner Gitarre.“

Ihren Humor beschreiben sie mit den Worten „Stumpf ist Trumpf“ und das ist wohl auch der Grund, warum sie sich so gut verstehen. So war es auch eine spannende und abwechslungsreiche Zeit im Tonstudio, wo sie ihren Traum vom ersten Album erfüllten. Zurzeit wird an einer EP gearbeitet. Vielleicht können wir uns diese zur Kieler Woche schnappen!? Die Kieler Woche ist das nächste Thema in unserem Interview. Wie schon im letzten Jahr dürfen sie auch dieses Mal wieder auf der Jungen Bühne Kiel spielen. „Es ist hammer-geil, dass wir mit unserer Musik Anklang bei so vielen Menschen gefunden haben und dass diese uns so toll unterstützen“, findet Eddy stolz. Damit auch dieser Auftritt wieder Spaß macht, haben sich Eddy, Henry, Gabi und Dennis etwas ganz besonderes überlegt: „Wir haben zwei Specials. Eine Überraschung, die noch geheim bleibt und wir spielen einen Song zum ersten und voraussichtlich letzten Mal komplett live. Wir spielen sonst immer nur die erste Strophe, aber auf der kommenden EP wird er ebenfalls komplett zu hören sein.“ Wir kommen langsam zum Ende und es bleibt nur noch zu sagen: „Wir freuen uns auf den Auftritt auf der Jungen Bühne. Es bedeutet uns sehr viel. Und wenn wir dort gespielt haben, holen wir uns die Weltherrschaft!“

Das Interview wurde am 14.04.18 in Elmshorn geführt.
© Kreativpur – Verena Christ

 


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Kieler Woche 2018 vom 16. juni – 24. juni 2018
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„Day Lies Back“ im Interview“ –
Tage kommen und gehen

 

Tage kommen und gehen

Draußen scheint heiß die Frühlingssonne vom Himmel, doch zum Interview zieht es uns ins Kühle. Im Proberaum der Band Day Lies Back machen wir es uns zwischen Green Day- und Iron Maiden-Postern bequem und starten.

DIE LEBENDIGEN
Viele leben Tag ein Tag aus nach dem Motto „Zeit ist Geld“. Doch vier Jungs aus Hamburg fühlen sich lebendig: Sänger und Gitarrist Jay (23), Gitarrist Danny (20), Bassist Ian (21) und der Mann am Schlagzeug Florian (21). Sie nutzen jeden Tag, um am Ende sagen zu können „Day Lies Back“ – der Tag liegt zurück.

Schon in frühen Kindheitstagen griff Jay zur Gitarre. „Ich habe damals die Band Green Day im Fernsehen spielen sehen. Das hat mich total umgehauen“, erinnert er sich freudestrahlend. Beim Gesang bekam er Unterstützung von seiner Mutter, die selbst Musik machte. „Erst klang es ganz schief, aber dann hat mich das immer mehr gepackt, es machte Spaß und dann bin ich dabei geblieben“ und trällert ein paar schiefe Noten ins Mikro.

Danny erinnert sich: „Ich habe schon ganz früh Metal gehört. Ich erinnere mich noch, wie mein Vater und ich im Wohnzimmer immer mal einen Männerabend gemacht und z.B. Musik von Iron Maiden gehört haben. Das fand ich immer geil. Und mit acht Jahren habe ich dann eine Gitarre geschenkt bekommen. Es ist einfach cool, wenn du deine Lieblingsmusik selber mitspielen kannst.“

„Mein Vater ist auch Musiker und hat mich schon früh mit Bands wie Deep Purple geprägt“, beginnt Ian zu erzählen. Es sollte jedoch der Film „School of Rock“ sein Übriges tun und Ian und seinen Bruder zum Gitarre spielen verleiten. Ian spielte jahrelang Gitarre und wechselte zum Schlagzeug. „Dann suchte mein Bruder einen Bassisten für seine Band. Seitdem spiele ich Bass. Ist ja auch viel einfacher“, lacht er.

Florian entschied sich fürs Schlagzeug, um in der 5. Klasse in einer Schulband zu spielen. Er ließ sich Unterricht von einem Oberstufenschüler geben und spielte in der Vergangenheit in mehreren Bands.

DER TAG LIEGT ZURÜCK
Florian und Ian kennen sich seit der Schulzeit und gründeten mit Danny und einem anderen Sänger eine Band. „Mit dem Sänger hat es dann leider zwischenmenschlich nicht ganz gepasst und so entschieden wir anderen drei, dass wir die Band verlassen und etwas Neues versuchen“, erklärt Florian. Kurz darauf stießen sie auf Jay. Es wurde geprobt und festgestellt „Das läuft“. Im Juni 2017 gründete sich Day Lies Back bis dato noch ohne Namen.

Es wurde überlegt, diskutiert; Namen aufgeschrieben und durchgestrichen. Eines Abends hatte Ian in einer Bar die zündende Idee: Day Lies Back. Er interpretiert: „Im Leben fängt man klein an und nichts im Laufe der Zeit wird einfacher. Aber am Abend liegt der Tag zurück, egal wie leicht oder mühselig er war. Den nächsten Tag startet man von neuem. Man sollte also immer weitermachen. Und zwar das, was man will.“

Und täglich machen sie die Musik, die sie wollen. Ihr Alternative Hardrock setzt sich aus vielen Musikgenres zusammen. Jeder Song hat seine eigene Stimmung. Mal spürt man einen Hauch Blues, mal knallt der Metal durch. Themen wie Spaß am Leben, Selbstfindung, Hass und Politik werden mit moderner rockiger Note widergegeben, denn „wir lassen uns ungern in eine Schublade stecken“. Der warme und doch leicht rotzige Gesang hält am Ende alles zusammen und lädt zum Zuhören ein.

TAGE WIE DIESE
Der erste Auftritt von jedem einzelnen liegt lange zurück – um genau zu sein in der Schulzeit. Florian sagt: „Ich war damals so nervös, weil das so viele Leute waren“ und Jay lacht: „Man hat sich vor Aufregung fast in die Hose geschissen. Man musste halt aufpassen, dass nicht wirklich was rauskommt.“ Alle erinnern sich an diesen ersten besonderen Tag. „Ich habe damals noch Gitarre gespielt und gesungen – im Stimmbruch“, grinst Ian in die Runde. Im Vergleich zum ersten Auftritt mit Day Lies Back war die Aufregung anders. „Man war aufgeregt, aber es hat immer was gefehlt. Heute, wenn wir auf der Bühne sind, dann kippt ein Schalter und man ist komplett in einer anderen Welt. Das ist ein total geiles Gefühl. Man kann noch so aufgeregt sein, sobald man auf der Bühne steht und den ersten Ton spielt, ist das alles vergessen“, findet Danny. Die Jungs spüren, dass sie das Richtige tun und dass sie zusammen etwas erreichen können.

Dass es Jay, Danny, Ian und Florian draufhaben findet auch jemand aus der Fangemeinde. „Wir haben unser erstes `Fan-Girl´ vor zwei Wochen getroffen“, beginnt Florian zu erzählen. Ich merke, wie ein Staunen durch die Runde geht und Jay sagt: „Die hat sich eine Songzeile von uns tätowieren lassen!“ Für die Jungs eine Bestätigung ihrer Musik und ein Ehrgefühl. Da fallen den Jungs Momente ein, in denen sie selbst Fan waren. „Der Sänger von Stone Sour hat mir beim Konzert 2015 eine Ghetto-Faus gegeben“, strahlt Ian und ergänzt scherzend: „Die Hand habe ich mir bis heute nicht gewaschen.“ Auch wenn Danny keinen Moment mit einem berühmten Sänger geteilt hat, so verbrachte er das Iron Maiden-Konzert auf Wacken mit einer großen Metal-Familie: „Ich stand mitten in der Menge und hatte die ganze Zeit Gänsehaut, weil ich es so geil fand!“ Tage wie diese erinnern die Vier immer wieder daran, dass Musik verbindet und Emotionen und Erinnerungen in einem weckt.

WEITERMACHEN
Wem es nicht möglich ist, Day Lies Back live zu sehen, hat auf Youtube die Möglichkeit, zwei Songs in Dauerschleife laufen zu lassen. „Stay“ und „Give It Up“ wurden im „kleinen aber feinen Tonstudio“ bei Jay zu Hause produziert. Das kam den Jungs ganz gelegen, denn mit ihrer Musik setzen sie sich nicht unter Zeitdruck. Sie nahmen sich die Zeit, die sie brauchten und so werden sie das auch bei ihrer geplanten EP tun. Wir dürfen gespannt sein, wann wir das gepresste Ding in Händen halten oder online hören können. Schwerfallen wird es ihnen sicher nicht, denn alle passen wie ein Uhrwerk perfekt zusammen: Jay lässt sich von jeder Melodie zum Singen inspirieren, Danny ist ein laufender „Terminkalender“ und „Band-Teddybär“, der immer für gute Laune sorgt, Ian spielt am Bass nicht nur die Grundtöne, sondern variiert in seinen Melodien und Florian bringt mit seinem Schlagzeug alles ein, was er zu bieten hat, ohne zu übertreiben. Motivation, Ehrgeiz und Zuverlässigkeit werden hier groß geschrieben.

Was die Zukunft bringen wird, das wissen sie nicht, aber sie möchten mit ihrer Musik so viele Menschen wie möglich erreichen und Erfolg haben. Sie alle haben das gleiche Ziel und wollen immer weitermachen. „Nie den Spaß an der Sache verlieren und bloß nicht aufgeben!“, denn Tage kommen und gehen.

Es ist schade, dass die Jungs beim Online-Voting der Jungen Bühne keinen Auftritt zur Kieler Woche 2018 ergattern konnten. Wer sie dennoch nicht verpassen will, der komme am 09.06. in die Pumpe Kiel zum SPH-Bandkontest!

Das Interview wurde am 08.04.18 in Barmstedt geführt.

© Kreativpur – Verena Christ

 

 


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Kieler Woche 2018 vom 16. juni – 24. juni 2018
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„Sent to Finland im Interview“ –
Wie eine Wundertüte!

 

Wie eine Wundertüte!

Es ist früher Vormittag in Kiel. Die Luft ist kühl, aber die Jungs von Sent to Finland empfangen mich mit einem warmen Lächeln zu unserem Interview. Noch einen Schluck Kaffee und dann beginnen wir.

DER KONFETTIREGEN
Sänger und Gitarrist Norman (24), Gitarrist Luca (24), der Mann am Bass namens Luca (23) und Schlagzeuger Martin (23) bilden den bunten Konfettiregen in der Wundertüte „Sent to Finland“. Jeder von ihnen hat seine Geschichte, die am Ende alle zusammenführt.

Fast zeitgleich begannen Norman und Luca im Alter von 14 ihre ersten Töne auf ihren Gitarren zu spielen. „Wir wohnten damals in der gleichen Straße und haben uns immer zum Gitarre spielen verabredet“, erinnert sich Luca. In ihrer früheren Band übernahmen sie die Backingvocals. „Für mich war das Singen immer Nebensache“, meint Luca. Für Norman verlief es anders: „Als ich Martin kennenlernte und er mich hat singen hören, fragte er, warum ich in meiner Band nur der Gitarrist wäre. Ich solle mehr singen. Man könnte fast sagen, er hat mich zum Singen genötigt. Aber mir machte Singen schon immer Spaß.“

Der andere Luca begann schon früh mit dem Trompete spielen und dank seines Vaters machte er erste Erfahrungen an der Gitarre. Bass lernte er erst mit Eintritt in seine erste Band. Er lächelt und erzählt: „Wir hatten keinen Bassisten und dann habe ich mir gedacht `Bass wird schon nicht so viel schwieriger sein als Gitarre´. Falsch gedacht. Jeder Gitarrist, der sagt, er könne auch Bass spielen, lügt.“ Letztendlich hat sich der Bass mit seinem tiefen Brummen durchgesetzt und lässt Luca nicht mehr los.

„Meine Eltern haben mich schon ziemlich früh zur musikalischen Früherziehung geschickt und mich in die Ecke `Keyboarder´ gesteckt“, erinnert sich Martin lachend. „Je älter ich wurde, desto mehr hat die Musik gefruchtet und dann kamen Gitarre und Schlagzeug dazu. Irgendwann bin ich dann beim Schlagzeug hängen geblieben“, erzählt er weiter.

VON HIER NACH FINNLAND
Wie das Schicksal so wollte – oder besser gesagt Martin – trafen sich die Vier. Martin hebt die Hand und sagt: „Ich bin Schuld.“ Alle lachen und er schildert, wie damals alles anfing: „Ich hatte Lust, eine Band zu gründen. Luca und ich kennen uns schon unser halbes Leben und ich wollte ihn unbedingt dabei haben. Dann lernte ich Norman kennen und wir machten zu zweit Musik. Wir holten die Idee, eine Band zu gründen, heraus und ich meinte, ich hole meinen besten Freund Luca dazu – der spielt Bass“ und Norman fährt fort: „Und ich sagte, ich hole auch meinen besten Freund dazu. Der heißt auch Luca, spielt aber Gitarre.“ Martin fädelte geschickt ein Treffen ein, es wurde zusammen gejammt und schon nach fünf Minuten war ihnen klar: „Das passt.“ So setzte sich der bunte Konfettiregen im April 2017 zusammen.

Und was hat Finnland mit ihrem Bandnamen zu tun? Martin streicht sich über die Stirn und packt aus: „Anfangs machten Norman und ich zusammen Straßenmusik. Uns fiel auf, dass wir einen Verstärker brauchen und fuhren zum Proberaum von Normans alter Band. Wir fuhren von der Autobahn runter und nach 45 Minuten fragte ich ihn `Sag mal, ist es noch weit? Schickst du mich nach Finnland oder was´, weil es nichts zu sehen gab außer Felder und Wiesen.“ Als sie dann einen Bandnamen brauchten, griffen sie diese Idee wieder auf und sind mit dem Namen zufrieden, denn er hat, wie sie finden, einen Wiedererkennungswert.

Ihr Musikstil ist zwar leicht erklärt, aber in eine Schublade lassen sie sich damit nicht stecken. Statt kreischende E-Gitarren hört man im Genre Pop/Rock ausgefallene Akkustikgitarrenelemente. Melodische Gitarrenparts vereinen sich mit rockigen Rhythmen und untermalen den vierstimmigen Gesang von Norman, Luca, Luca und Martin. „Keiner kann von 0 auf 100 seinen eigenen Sound erfinden“, denkt Luca (Bassist) nach. Und so hört man hin und wieder Einflüsse wie Paramore oder Ben Howard heraus.

EFFEKT EINER WUNDERTÜTE
Ihr erster Auftritt liegt nicht lange in der Vergangenheit zurück: ein Hochzeitsgig. „Wir hatten davor viel Stress, weil wir unser Repertoire vergrößern und die Songs fehlerfrei spielen mussten“, erzählen sie. Die Jungs kannten sich noch nicht sehr lang und wurden somit ins kalte Wasser geschmissen. „Weil wir aber so viel Lust auf diesen Auftritt hatten, nahmen wir, wie auch heute noch, den Stress gerne auf uns, denn wenn wir auf der Bühne stehen und spielen können, ist das alles vergessen“, erklärt Luca (Gitarrist). „Wir sagten uns, wenn es läuft, dann machen wir weiter und wenn wir merken, es funktioniert nicht, dann lassen wir es. Wir waren gespannt, wie es sein wird. Wie eine Wundertüte“, ergänzt der andere Luca. Und es ist eine schöne Wundertüte geworden!

Bevor es aber auf die Bühne geht und die Wundertüte geöffnet wird, finden sich die Jungs zu einem Bandkreis zusammen, singen „My Hero“ von den Foo Fighters und machen Blödsinn. Nervosität ist da, aber unprofessionelles Verhalten nicht. Luca (Gitarrist) meint: „Wir haben den Ansporn alles richtig zu machen“ und Norman lacht: „Auf die ersten richtigen peinlichen Szenen muss man noch warten.“ Statt sich mit unangenehmen Momenten zu befassen, genießen sie lieber die Zustimmung der Fans. Erste Zuhörer singen eigene Songs von „Sent to Finland“ mit. „Wenn jemand sagt `Das gefällt mir´, dann ist das Balsam für die Seele; das ist einfach schön“, meldet sich Norman zu Wort.

Aber auch sie selbst sind Fans und berichten mir freudestrahlend von ihren ganz besonderen Momenten. So stand Martin mehrere Stunden vorher schon an der Bühne, nur um Dave Grohl von den Foo Fighters ganz nah zu sein, Luca (Gitarrist) bekam zufällig die Möglichkeit einen Blick in den Backstage-Bereich zu werfen, wo er u.a. Jennifer Rostock, Casper und Bosse gesehen hat. „Ich habe zwar nicht mit ihnen geredet, aber es war einfach verrückt, all die Künstler auf einem Haufen zu sehen“, erzählt er euphorisch in die Runde. Der andere Luca hingegen erlebte einen „magischen Moment“ mit Bosse: „Das war auf dem Highfield-Festival. Die Sonne ging unter, das Publikum saß vor der Bühne am Boden und hörte Bosse zu, wie er seine Songs wie Geschichten erzählte.“

ÜBER FINNLAND HINAUS
Zurzeit stehen die Jungs im Tonstudio und nehmen ihre erste EP auf. Die Studioarbeit ist für alle eine tolle Erfahrung, denn es werden Kleinigkeiten gehört und entdeckt, die im Proberaum nicht auffallen und jeder darf frei seine Meinung äußern ohne, dass es Streit gibt. Das liegt sicher daran, dass Norman, Luca, Luca und Martin „alle bescheuert sind“. Martin hält die Truppe zusammen und festigt den Gedanken, dass sie als Band etwas erreichen. Luca (Gitarrist) hat laut seiner Bandkollegen den besten Humor und sorgt für gute Stimmung, wenn mal etwas dickere Luft herrscht. Das kommt aber nicht sehr oft vor, denn Norman scheint der geduldigste Mensch der Welt zu sein – laut Martin wird er nie sauer, sondern versucht Stress zu vermeiden. Und weil Luca (Bassist) am logischten und rationalsten denken kann, kümmert er sich um das Booking und verdient sich somit den Titel „Band-Papa“. Was alle nicht nur auf der Bühne und im Studio sondern auch außerhalb verbindet, ist ihr Engagement und ihre Kreativität. Gemeinsam kriegen sie alles hin .. vielleicht auch im Juni die fertige EP.

Des Weiteren wünschen sie sich, irgendwann ein komplettes Album aufzunehmen und auf Festivals zu spielen; geträumt wird von einer Deutschlandtour. „Aber das sind so die kleinen Schritte. Wir lassen alles auf uns zukommen“, sagt Luca (Gitarrist). Das nächste Ziel ist erstmal ihr Auftritt auf der Jungen Bühne Kiel zur Kieler Woche 2018. Luca (Bassist) sagt stolz: „Es ist cool, dass wir dabei sein dürfen. Das hat schließlich nicht nur der Veranstalter alleine entschieden, sondern viele haben für uns abgestimmt. Und dass so viele uns dort sehen und hören wollen, ist echt schön.“ Wir kommen langsam zum Ende und es bleibt nur noch zu sagen: „Unterstützt die Bands und genießt es. Eine CD kann man sich immer wieder anhören, aber den einen Live-Moment kann man nicht wiederholen!“
Tipp: Einfach mal das Handy stecken lassen.

Ich bin mir sicher, dass noch viele weitere Wundertüten (Auftritte) geöffnet werden und der bunte Konfettiregen (Norman, Luca, Luca, Martin) seinen Weg finden wird. Mit dem Wind der Musik getrieben bis über Finnland hinaus.

Das Interview wurde am 27.03.2018 in Kiel geführt.

© Kreativpur – Verena Christ

 


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Kieler Woche 2018 vom 16. juni – 24. juni 2018
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„The Pinpricks“ –
das Stechen geht weiter!

 

Das Stechen geht weiter – 2. EP Release!

Es herrscht ein eisiger Wind in Kiel, aber zwischen dem Trio von The Pinpricks wird mir schnell warm. Es ist eine vertraute Runde. Alle machen es sich gemütlich und dann legen wir los.

HUNGER
Am 24.03.2018 feierten Sängerin und Gitarristen Ronja (26), Bassist Nils (34) und Palle (23) am Schlagzeug ihre Release-Show zu ihrer 2. EP. „Hunger“ ist etwas ganz Besonderes. Fans können wählen zwischen CD und Vinyl. „Vinyl ist gerade wieder angesagt und das Interesse war auch da“, erklärt Ronja. „Zudem klingt Vinyl etwas anders und wirkt hochwertiger. Man geht damit einfach anders um“, ergänzt Palle stolz. Sechs Songs sind drauf. Viele werden merken, dass sie bei den letzten Dreien bereits mitsingen können. Warum? „No Exit“, „You Don’t“ und „I Can’t Take It“ gab es auf ihrer ersten EP schon zu hören. Da es diese Songs nicht mehr separat zu kaufen gibt, entschieden sich die Jungmusiker dafür, ihre zweite EP damit etwas aufzupeppen. „Sechs Songs machen eine CD einfach attraktiver und die, die uns noch nicht kennen, sollen auch unsere `alten Songs´ nicht missen“, findet Palle.

Im Vordergrund unseres Interviews stehen aber drei neue Songs: „Marionette“, „Sweet Pain“ und „Into the Light“. Alle drei spiegeln den rockigen, dreckigen Sound wieder, den wir von The Pinpricks kennen. Sie wirken moderner und heben sich mit ihrem Live-Sound von den anderen Songs auf der EP ab. Nils gibt zu verstehen: „Wir sind eine Live-Band und keine Studio-Musiker. Deshalb wollten wir den neuen Songs auf der EP den Sound verpassen, den sie auf der Bühne haben.“ Die Studioarbeit war dieses Mal nicht so aufregend, denn: „Wir wussten vorher, wo unsere Grenzen liegen und wie was klingen soll.“ Ronja blättert in den beiliegenden Songtexten und erzählt: „Wir haben während der Studioarbeit viel an den Songs umgeschrieben. Das Songwriting hat sich demnach auch verändert und verbessert.“ So macht es ihnen jetzt mehr Spaß, auf Details zu achten und sich bewusster mit den Texten auseinander zu setzen. Einen besonderen emotionalen Stellenwert hat „Into the Light“ – Ronja verarbeitete darin den Tod ihres Vaters, der ihr sehr nahe stand.

Hochwertig produziert und bezahlt wurden CD und Vinyl von Toanol Records. „Wir konnten anfangs gar nicht glauben, dass Toanol das wirklich für uns machen will. Das sind echt sympathische Typen und wären die nicht so verrückt drauf, würden sie wahrscheinlich gar nicht so vertrauenswürdig wirken“, überlegt Palle lachend. Und warum geht es bei der EP um „Hunger“? Nils überlegt und sagt: „Wir haben einfach Hunger – also Lust – auf mehr!“ Herausgekommen ist demnach ein Produkt mit hohem Potential, das Lust auf mehr Musik von The Pinpricks macht!

BEWEGT DURCH FÄDEN
Ein Dachboden, ein Plattenspieler, eine junge Frau und ein altes Puppenhaus untermalt mit „Marionette“. Das neue Musikvideo von The Pinpricks ist da. In Zusammenarbeit mit Sas-Image, der Hauptdarstellerin Fenja Techow und der Maskenbildnerin Emma-Lotta Heinicke wurde wieder ein aufwendiges Video mit vielen Effekten produziert. Ronja, Nils und Palle erinnern sich an den eiskalten Dachboden, an widerspenstige Fäden und an anstrengende Bewegungen (z.B. der Marionetten-Effekt). Nils sagt: „Es sind die ganzen Effekte, die das Video interessant machen. Es ist komplett anders, als unser erstes Video. Das erste lebt von der Überraschung, was als nächstes kommt.“ Trotzdem fesselt „Marionette“ den Zuschauer und regt zum Denken an, denn spielen wir nicht alle irgendwo die Rolle einer Marionette und werden bewegt durch Fäden?

„… I still can’t figure out what this fight is about
My thoughts are controlled by a higher force
I try to fight the creatures which are leading me
… I’m playing the game like a marionette …”

STICH FÜR STICH
Von Anfang an ging uns ihr Rock/Punk/Stoner-Sound wie ein Nadelstich unter die Haut. Wir sollten uns gefasst machen, denn das Stechen geht weiter. Ihr Auftritt auf der Jungen Bühne zur Kieler Woche 2018 ist zum Greifen nahe. Es wird ihr letztes Mal dort sein, denn schon nächstes Jahr überschreiten sie das Durchschnittsalter von 27. „Junge Bühne ist immer schön“, lächelt Palle und wippt mit seinen leopardengemusterten Socken. Wer Palle kennt weiß, dass er ohne Leoparden-Mantel nicht die Bühne betritt. Palle muss lachen und beichtet: „Ich wollte von Anfang an einen Tiger-Mantel haben. Und mit der neuen EP löst dieser jetzt den Leoparden ab.“ (Es handelt sich hierbei um keinen echten Pelz!) Palle ist damit ein Hingucker für das junge, weibliche Publikum. „Ich bin für die jungen Damen da, Nils für die älteren und Ronja kümmert sich um die Männer“, findet er und muss anfangen laut zu lachen. Stich für Stich wird es für ihn, Ronja und Nils auf nationalen und hoffentlich bald internationalen Bühnen weitergehen. Dabei ist wichtig zu wissen: „Gute Musik wird mit Diesel transportiert.“ – Zitat Ronja, Nils, Palle

Das Interview wurde am 28.03.2018 in Kiel geführt.
© Kreativpur – Verena Christ

Video zu „Marionette“ von THE PINPRICKS

 


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Für Heute, den Tag unserer Websiteeröffnung 2018, können wir noch nicht viele Veranstaltungsinfos bieten. Das liegt daran, dass alle Bühnenveranstalter zur Verschwiegenheit verpflichtet wurden und keine Informationen herausgeben dürfen. Die Geheimnisse werden erst Mitte April in die Öffentlichkeit gelangen. Wir sind am Ball.

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