Roast Apple, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Roast Apple
Datum, Uhrzeit: 24.06.2017, 22:45 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Gordon Shumway, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Gordon Shumway
Datum, Uhrzeit: 23.06.2017, 22:45 |
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Herr Nüchternd, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Herr Nüchternd
Datum, Uhrzeit: 23.06.2017, 20:20 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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In Fragments, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: In Fragments
Datum, Uhrzeit: 23.06.2017, 19:10 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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True Collins, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: True Collins
Datum, Uhrzeit: 22.06.2017, 22:00 |
Location: NetUSE Bühne |
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Heartbound, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Heartbound
Datum, Uhrzeit: 22.06.2017, 18:00 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Elvis Dies Tomorrow, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Elvis Dies Tomorrow
Datum, Uhrzeit: 21.06.2017, 22:45 |
Location: Junge Bühne Kiel|
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Kahuna, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Kahuna
Datum, Uhrzeit: 22.06.2017, 19:10 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Sergeant Dystopia, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Sergeant Dystopia
Datum, Uhrzeit: 19.06.2017, 21:30 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Back To School, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Back to School
Datum, Uhrzeit: 19.06.2017, 19:10 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Firth Of Drangiss, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Firth Of Drangiss
Datum, Uhrzeit: 18.06.2017, 21:30 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Screaming Stereo, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Screaming Stereo
Datum, Uhrzeit: 18.06.2017, 20:20 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Carried by Atlas, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Carried by Atlas
Datum, Uhrzeit: 18.06.2017, 18:00 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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The Moneybrothers, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: The Moneybrothers
Datum, Uhrzeit: 18.06.2017, 14:00 |
Location: Holten-Park-Bühne |
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Pieet, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Pieet
Datum, Uhrzeit: 17.06.2017, 18:00 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Pay Pandora, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Pay Pandora
Datum, Uhrzeit: 16.06.2017, 20:00 |
Location: NetUSE Bühne |
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Amy Macdonald, KiWo 2017

 

Gruppe, Interpret: Amy Macdonald
Datum, Uhrzeit: 16.06.2017, 19:00 |
Location: R.SH Bühne an der Hörn |
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Auf der Suche nach Freiheit
Im Interview mit Pieet

Auf der Suche nach Freiheit

Die Sonne scheint warm auf uns herab, als Thies und ich es uns vor der Kieler Campus Suite gemütlich machen. Mit einem sympathischen Lachen beginnen wir unser Gespräch, welches sich viel mit Freiheit beschäftigt.

Pieet mit Doppel-E
Thies (22) kommt ursprünglich aus Kiel, aber nach 18 Lebensjahren zog es ihn nach Buenos Aires und nun seit zwei Jahren lebt er in der Großstadt Berlin („Für mich war klar, dass ich mit der Musik weiter vorrankommen möchte, andere Leute kennenlernen möchte und da war Berlin eine passende Anlaufstelle.“) Thies ist in einer musikalischen Familie aufgewachsen. Kaum konnte er auf seinen eigenen Beinen stehen, schon sang er im Kirchenchor und lauschte der Acapella-Gruppe seines Vaters. Seinen ersten Song schrieb er im zarten Alter von sechs Jahren und mit 12 griff er zur Gitarre, denn er wollte auf keinen Fall das gleiche Instrument wie sein Vater lernen – Orgel. „Ich habe mir tatsächlich auch mal eine E-Gitarre gekauft. Ich habe, glaube ich, drei Mal darauf gespielt und sie dann wieder verkauft“, erzählt er lachend.

Thies Pietschmann ist bei seinen Fans als „Pieet“ bekannt. Er blickt lächelnd in die Ferne und erinnert sich, wie sein Künstlername zu Stande kam: „Ich habe in Argentinien in einer Schule gearbeitet und mit kleinen Kindern zusammen Musik gemacht. Um mich vorzustellen schrieb ich meinen Namen an die Tafel und im Spanischen ist es oft so, dass in der Regel jeder Buchstabe mitgelesen wird. Und dann wurde daraus Pi-e-tschmann. Und ich fand Pi-e-t eigentlich ganz schön. Dann dachte ich mir, ich nehme das mit nach Deutschland, mache ein Doppel-E, damit die Leute verstehen, dass es Pieet sein soll, aber das wurde von vielen nicht verstanden.“

Mit der Musik um die Welt
Pieet gibt mir zu verstehen, dass das Songwriting für ihn wie eine Selbsttherapie ist. Seine Songtexte handeln viel von seinen persönlichen Erfahrungen, seinen Emotionen und Einstellungen zum Leben. Er nimmt einen Schluck Tee und sagt: „Man zieht sich schon nackig aus auf der Bühne.“ Er ist ein ehrlicher Mensch und das hört man auch in seinen Songs. Am besten Schreiben kann er die Songs in seiner Heimatstadt Kiel. „Ich brauche immer, um Inspirationen zu verarbeiten, Abstand und den finde ich hier“, verrät er. Seine Gedanken in treffende Liedverse verfassen kann er überall, nur braucht er, wie er angibt, Papier, einen Stift und ein Aufnahmegerät, in das er „peinlich laut“ seine Melodie einsingt. So erinnert er sich: „Ich saß in Granada auf einem großen Platz und habe dort meine Ideen laut vor mich hingesungen und die Spanier haben sich alle umgedreht und sich gefragt, was ist mit dem los?“ Er hat zwar einen spanischen Song in seinem Repertoire, aber hauptsächlich singt er auf Deutsch. Aber warum nicht auf Englisch? Da sagt er ganz gewissenhaft: „Deutsch ist eine rhythmische, aber auch schöne literarische Sprache, die man nutzen kann oder nutzen sollte. Mir ist der Inhalt sehr wichtig und sollte von allen verstanden werden. Mein erster Song war auf Deutsch und mein letzter Song wird auch auf Deutsch sein.“

Seinen ersten Auftritt hatte er bei einem Songslam, bei dem er nur einen einzigen Song spielen durfte. „Songslams haben ein anderes Niveau an Nervosität, als andere Auftritte. Du hast nur einen Song, um das Publikum zu überzeugen und auf deine Seite zu bekommen und deshalb musst du von der ersten Sekunde an präsent sein“, erzählt er. Aber bevor er seinen Auftritt startet, zieht er sich gerne zurück und wird ganz ruhig. Und dann? „Dann gehe ich einfach raus und versuche meinen Spaß zu haben und den Spaß auf das Publikum zu übertragen“, erzählt er glücklich. In der letzten Zeit hat er das eine oder andere schöne Konzert erlebt und erinnert sich besonders gerne an seinen Auftritt in einem Krefelder Café: „Jeder war mir fremd und anfangs war das Café noch leer, aber kurz bevor es losging, füllte sich der Raum und dann hatten wir zusammen einen sehr schönen Abend.“ Dann möchte ich wissen, ob er von einem Fanerlebnis berichten kann. Kann er, aber auf eine andere Weise, als wir beide dachten: „In Berlin wurde ich schon oft angesprochen, aber leider nicht wegen meiner Musik, sondern weil ich angeblich Wilson Gonzalez Ochsenknecht ähnlich sehe und wurde gefragt, ob ich der sei.“ Dann lachen wir beide.

Der vor mir sitzende junge Mann ist schon viel in der Welt herumgekommen und hat von überall, wo er war, Inspiration mitgenommen (und in seinen Songs verarbeitet). Dabei mag er besonders die Freiheit, die er spürt, denn er ist „kein Mensch, der lange an einem Ort sein kann“. „Ich muss immer einen Flug gebucht haben, sonst werde ich bisschen nervös“, gibt er mit einem Grinsen zu. Vermisst er in der Zeit, in der er weg von Zuhause ist, etwas besonders? „Ich weiß noch gar nicht, ob ich mein Zuhause gefunden habe“, überlegt er, aber Berlin mit seinem ganz eigenen Lebensrhythmus fehlt ihm wohl immer ein bisschen, egal, wo er sich befindet.

Weiter bergauf
Zurzeit arbeitet Pieet an seiner ersten EP. Die sich darauf befindenden Songs sollen vor allem ganz anders klingen als live. Elektronische Elemente, ein Piano und ein Kontrabass sollen Teil der Songs werden – Dinge, die es auf der Bühne nicht zu hören gibt. Seine Haltung zu diesem Unterschied ist klar: „Ich finde, ein Konzert ist was Besonderes. Konzerte sind das, wofür man Musik macht und dann soll oder darf es auch anders klingen. Ich finde es wichtig, dass man selbst die Musik macht, die einem gefällt und man nicht immer darauf hört, was andere sagen.“ Er ist auf jeden Fall auf die Reaktionen gespannt und wie es im Endeffekt beim Publikum ankommt.

Was ihm die Zukunft bereithält, das weiß er noch nicht so genau. Er lebt im Hier und Jetzt und weiß, dass die Musik das ist, was er will und dass er mit und von ihr leben möchte. Immer weiter bergauf. Und sein Auftritt auf der Jungen Bühne Kiel zur Kieler Woche 2017 könnte ein Schritt weiter nach oben sein und auch eine Möglichkeit, mehr Leute zu erreichen. Pieet wird bei diesem Auftritt nicht nur von seiner Akustikgitarre begleitet. Vor kurzem haben sich ein Bassist und ein Schlagzeuger zu ihm gesellt. Diese beiden geben Pieet’s Songs mehr Energie und alle drei freuen sich auf ihren ersten gemeinsamen Auftritt. Zum Schluss sagt er: „Es ist ein schönes Gefühl als Kieler auf der Kieler Woche spielen zu dürfen. Es ist ein riesen Event in Kiel und ich freue mich auf alle, die nicht nur zu meinem Konzert kommen, sondern auf alle, die überhaupt zur Kieler Woche gehen, weil es eine tolle Sache für Kiel ist. Deswegen freue ich mich unwahrscheinlich euch alle auf der Kieler Woche zu sehen!“ Wer Pieet bei seinem Auftritt zusehen und zuhören möchte, der tue dies gerne am 17.06.2017 um 18 Uhr auf der Jungen Bühne Kiel.

Für deine Zukunft wünsche ich dir die Freiheit, überall dorthin reisen zu können, wo es dich hintreibt und dass du an jedem Ort Inspiration für dein Leben und neue Songs findest!

Das Interview wurde am 11.05.2017 in Kiel geführt.



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Kieler Woche 2017 vom 17. juni – 25. juni 2017
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Stück für Stück zum großen Ganzen
Im Interview mit In Fragments

Stück für Stück zum großen Ganzen

Typisches April-Wetter erwischt mich am 22.04.2017 auf dem Weg zum Proberaum von der Kieler Band „In Fragments“. Im Warmen setzen wir uns gemütlich zusammen und beginnen leider ohne Bandmitglied Martin unser Interview.

Bruchstücke
Das Gesamtbild von „In Fragments“ bildet sich aus den einzelnen Bruchstücken namens Nico (26) zusammen mit León (25) am Gesang, den beiden Gitarristen Sascha (20) und Martin (24), dem Mann Jan (26) am Bass und Schlagzeuger Joe (19).

Nico lehnt sich gemütlich zurück und erzählt von damals: „Ich war 12, als ich mit meinem Kumpel im Physikunterricht saß und wir uns dachten, wir könnten eine Band gründen. So habe ich dann mit Bass angefangen. Später habe ich am Mikrofon ausgeholfen und irgendwann habe ich den Bass komplett weg gelegt. Seitdem singe ich nicht nur Zuhause, sondern auch im Proberaum und auf der Bühne.“

„Ich habe auch mit Bass angefangen“, beginnt León. „Ich habe aber dann zur Gitarre gewechselt, weil mir beim Bass zu wenig raus kam. Im Laufe der Zeit habe ich dann mit dem Singen angefangen.“

Sascha hatte anfangs keine Lust auf sein Instrument. „Ich hatte zu der Zeit keine Hobbys und wurde zum Gitarrenunterricht gezwungen. Ich habe Tage und Nächte geübt und habe dann gemerkt, dass ich mehr musikalische Vielfalt suche. Also habe ich zusätzlich mit Klavier angefangen“, sagt er.

Martin – ein bekanntes Gesicht, wenn man Heartbound-Fan ist. Dort hat er im vergangenen Jahr an der Gitarre ausgeholfen. Seit wenigen Wochen lässt er nun bei „In Fragments“ die Saiten kreischen. Martin stammt aus einer musikalischen Familie und fing früh mit Klavier an, doch als er Billy Talent hörte, wurde sein Wunsch für Gitarre geweckt. Seitdem möchte er nichts anderes mehr machen, denn „Das hat mich total verzaubert!“

„Ich komme aus einer Musikerfamilie und habe angefangen mit Bass. Ich habe dann aber später für diverse Bands zur Gitarre gewechselt. Aber seit sechs Jahren spiele ich wieder Bass. Das ist mein Instrument, an dem ich mich wohl fühle“, erklärt Jan.

Stolz erzählt Joe: „Meine Mutter ist Schlagzeuglehrerin und so war immer das Schlagzeug um mich rum. Mit 12 habe ich dann richtig angefangen Schlagzeug zu spielen.“

Zusammensetzung vieler
Bei vielen Freunden und Fans ist die Band noch unter dem alten Namen „As If You Knew Me“ bekannt. León und Nico versuchen mir zu erklären, wie es damals 2013 zur Bandgründung kam. Damals bestand die Band noch aus Nico (Gesang), León (Gitarre), Mo (Bass) und Matti (Schlagzeug). León erklärt: „Mo und ich hatten eine erste Band, die sich dann aber auflöste. Wir wollten das machen, worauf wie Lust hatten – Metal.“ Über gemeinsame Freunde haben dann Nico und Matti zur Band gefunden, die sich dann erst gründete. Zeit verging und Gitarrist Seppi kam dazu. Dessen Platz wurde später dann von Sascha übernommen. Joe löste Matti ab und Jan Mo. „Und dann haben wir festgestellt, dass wir beim Songwriting bisschen freier sind, wenn ich meine Gitarre abgebe und nur noch singe“, erläutert León. „Wir haben eine Zeitlang überlegt, ob wir noch eine zweite Gitarre selber aufnehmen und dann abspielen, aber eine echte Gitarre auf der Bühne schockt mehr und ohne würde was fehlen. Und so kam Martin ins Spiel“, beendet León seine Ausführung.

Im vergangenen März haben die Jungs eine schwere Entscheidung getroffen: Wir ändern unseren Bandnamen. In einem großen Auswahlverfahren kristallisierte sich „In Fragments“ als ein mehr als passender Name heraus. „Das drückt die Weiterentwicklung der Band aus. Stück für Stück neue Mitglieder, neue Songs, sich neu finden“, denken sie. Stück für Stück zum großen Ganzen. Der neue Name hat Wind in die Sache gebracht und die Motivation ist größer denn je. „Es kribbelt uns in den Finger, mit dem neuen Namen auf die Bühne zu gehen.“ Und von dort aus wollen sie die Menschen mit ihrem von Herzen kommenden Progressive Metal/Metalcore mitnehmen. Energiegeladene Songs, in denen es um Gefühlswelten, Sozial- und Gesellschaftskritik geht, sollen zeigen, dass Metal auch anders geht und auch Nicht-Metal-Fans gefallen kann.

Ein Ganzes sein
Einen ersten gemeinsamen Auftritt in dieser Besetzung werden sie erst am 19.05. in Hamburg haben, aber trotzdem kann mir erzählt werden, wie jeder (Ausnahme Jan und Martin) für sich seinen ersten Auftritt mit ehemals „As If You Knew Me“ empfunden hat. Nico und León hatten ihren Auftritt zusammen und erinnern sich an ein Chaos hinter und auf der Bühne. Energiegeladen waren sie schon damals und hatten damals wie heute viel Spaß. Nur hat sich die Professionalität (persönliches und musikalisches Verhalten) gesteigert. Sascha erinnert sich, er habe sich beim ersten Auftritt gefühlte 100 Mal verspielt und auch Joe war nicht ganz zufrieden mit sich. Dennoch wissen sie heute: „Das war so der erste Schritt in die Richtung zu der Band, die wir heute sind.“ Wenn wir schon über Auftritte reden, dann auch gerne über den Lustigsten. Joe grinst und erzählt: „Wir hatten uns unseren Auftritt beim Klausdorf Open Air ganz anders vorgestellt. Normalerweise ist unser Publikum zwischen 15 – 35 Jahre alt, aber vor uns standen nur Mädchen im Alter von unter zehn. Die Mädchen hatten total viel Spaß und die Jungs standen alle hinten, weil ihnen unsere Musik zu krass war.“

Bevor es aber auf die Bühne geht, macht sich jeder nochmal warm, die Aufregung steigt ein wenig und was geht ihnen durch den Kopf? Nico blickt nachdenklich zur Decke: „Wo bin ich? Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele? Nein, Spaß. Ich versuche loszulassen und zu genießen; in die Atmosphäre eintauchen.“ Sie sind ein Ganzes und nach gelungenen Auftritten ist es kein Wunder, dass sie in den Köpfen der Fans bleiben. León hatte am Strand seine Begegnung mit einem Fan, der ihn wiedererkannte und ansprach. Beim folgenden Auftritt wollte der gleiche Fan noch ein Foto mit León machen. Sascha wurde von einem Amerikaner im Pub angesprochen. „Der meinte, er kenne mich von irgendwoher und dann zeigte er mir eine Videoaufnahme von mir, wie ich mein Gitarrensolo spiele. Das fand ich cool.“ Aber Nico hat wohl die schönste Begegnung mit Gänsehauteffekt: „Wir bauten ab und da kam einer zu mir und meinte, er müsse mir was sagen. Er sagte `Meine Mutter ist gerade im Krankenhaus und hat Krebs diagnostiziert bekommen, aber die letzte halbe Stunde hier mit euch, konnte ich mal wieder so richtig abschalten.´ Ich wusste nicht, was ich sagen soll“, erzählt er euphorisch. Wir reden dann noch über Pannen auf der Bühne (die Stimme versagt, Saiten reißen, Beckenständer fallen um) und selbst erlebte Fan-Momente (Idole backstage treffen, emotionale Live-Konzerte).

Weiter Richtung Zukunft
Im vergangenen Jahr haben die Jungs noch unter altem Namen ihre erste EP veröffentlicht. Eine anstrengende, aber lehrreiche Zeit. „Man hat als Band viel gelernt, worauf man achten muss“, meint Sascha. Blicken sie gemeinsam auf ihr damaliges Endprodukt zurück, sind sie nicht zu 100% zufrieden, aber sie wissen, was sie besser machen können, wenn es wieder heißt „Aufnahme läuft“. Bevor es soweit sein wird, möchten sie unter „In Fragments“ ganz viele Gigs spielen und einen „Neustart“ hinlegen und ihre Fans davon überzeugen, dass sie noch die Gleichen sind. Bereits vorhandene Songs werden weiterhin gespielt, nur die neuen Songs haben eine leichte Charakterveränderung. Welche? Einfach mal live zuhören!

Live zuhören kann man z.B. in wenigen Wochen bei der Kieler Woche 2017, wenn sie erneut die Junge Bühne Kiel „abreißen“. Wie letztes Jahr, möchten sie mit ihrem Publikum genauso viel Spaß haben und wünschen sich: „Nach allem, was wir durchgemacht haben, aufgebaut haben, die Kraft, die wir da reingesteckt haben, lohnt es sich wirklich, das anzuhören und anzusehen. Kommt gerne zahlreich zu diesem Gig und füllt diesen Platz mit uns und bringt gutes Wetter mit!“ Wir werden hoffentlich miterleben, wie es für die Jungs von „In Fragments“, die sich wie eine Familie fühlen, in Zukunft weitergeht. Vielleicht spielen sie eines Tages den Support für ihre Vorbild-Band Periphery.

Für eure Zukunft wünsche ich euch, dass ihr euch nie brechen lasst und zurück in Bruchstücke fallt. Haltet als Ganzes zusammen und bleibt eurem Weg treu!



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Kieler Woche 2017 vom 17. juni – 25. juni 2017
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Mit dem Duft nach Bratapfel
Im Interview mit Roast Apple

Mit dem Duft nach Bratapfel

Ich bin leicht durchgefroren, als ich am 19.04.2017 den Hamburger Proberaum von Roast Apple erreiche. Nach einem herzlichen Empfang machen wir es uns gemütlich und beginnen mit einem Lachen .. ohne Liam, der leider beruflich zu tun hat.

Bratäpfel am Stil
In Verbindung mit ihrem Bandnamen kann man Sänger und Bassist Finn-Bo (21), die beiden Gitarristen Rouven (21) und Lukas (20) und den Schlagzeuger Liam (22) gut als „Bratäpfel am Stil“ bezeichnen. Alle lernten ihr Instrument lange vor der Bandgründung und nun kreieren sie gemeinsam ihren unverkennbaren Musikstil.

Finn-Bo beginnt zu erzählen: „Ich habe mit Gitarre angefangen und fragte dann meinen Gitarrenlehrer, ob er mir auch etwas auf dem Bass zeigen könnte. Das fand ich dann so geil, dass ich dabei geblieben bin. Der Gesang kam dann mit der Zeit hinzu.“

„Bei mir liegt das Musikalische in der Familie. Mein Vater ist Gitarrist und ich habe früh mit Schlagzeug angefangen, aber irgendwann hat sich das durch Zufall entwickelt, dass ich zur Gitarre gewechselt habe“, denkt Rouven an seine Kindheit zurück.

Lukas dreht sich auf seinem Stuhl in meine Richtung und sagt: „Ich habe eine Oasis-DVD geguckt und zu meiner Mama gesagt `Das will ich auch´. Da hat es Klick gemacht.“

Liam hat schon immer auf irgendwelchen Sachen herumgetrommelt und früher für einige Zeit Unterricht gehabt. Angesteckt wurde er damals von seinem Vater, der selbst gerne Musik macht.

Auf den Geschmack gekommen
Alle vier kommen ursprünglich aus Niebüll in Nordfriesland und kennen sich durch die Schule oder freizeitliches Skaten. In der dortigen Musikszene kennt jeder jeden und am Ende blieben sich Finn-Bo, Rouven, Lukas und Liam treu und sind gemeinsam nach Hamburg gezogen. Musik wollten sie auch hier weiterhin zusammen machen („Wir haben gemerkt, dass es uns Spaß macht und die Leute Spaß haben, wenn sie unsere Musik hören.“) und beschlossen in der Zeit zwischen 2011 bis 2012 eine Band zu gründen: Roast Apple. Rouven meint: „Sobald man eine Band hat, wird es ernst und dann fängt man an, das Instrument auch richtig zu spielen. Das ist eine Motivationssache.“ Der lecker klingende Bandname wurde damals während einer gemeinsamen Runde gefunden. „Wir hatten ein Getränk bei uns, das nach Bratapfel schmeckte. So haben wir gesagt `Für heute nennen wir uns Roast Apple´ und das ist bis heute so geblieben und soll auch bleiben“, erinnert sich Finn-Bo grinsend.


(von links nach rechts: Liam, Lukas, Rouven und Finn-Bo)

Mit der gemeinsam verbrachten Zeit sind sie auf den Geschmack gekommen – sie machen ihren eigenen unverkennbaren Indie/Britpop. Hohe Gitarren und schneller Rhythmus machen ihre Musik tanzbar und versprühen somit gute Laune. Hierbei können sich viele junge Menschen, aber auch die etwas ältere Generation mit den von Finn-Bo geschriebenen Songtexten identifizieren. „Es dreht sich um das Leben junger Leute. Diese Ups and Downs, die es gibt. Die Songs spiegeln das wieder, was wir so erleben, fühlen, denken und machen.“

Bratäpfel für jedermann
Ihre Zeit als „Bratäpfel“ begann ganz klein. Ihren ersten Auftritt hatten sie 2011 auf einer LKW-Bühne. Für die vier war es interessant und „hat Lust auf mehr gemacht“, findet Lukas. Trotzdem war danach für knapp ein Jahr Stille. Stille nach außen hin, aber bandintern haben sie an ihren Songs gefeilt und neue geschrieben. Rouven erklärt: „Wenn es zu schnell nach oben geht und man diese ersten Schritte nicht gemacht hat, dann ist kein richtiges Fundament vorhanden und dann bricht das schnell zusammen.“ Dann kam ein Konzert nach dem anderen, aber ihr EP-Release-Konzert im vergangenen Februar werden sie nicht so schnell vergessen. „Es war bisschen holprig, aber aufregend. Es fühlte sich bisschen wie ein erstes Konzert an, weil wir paar Monate nicht aufgetreten sind“, erinnert sich Finn-Bo. Und dann fällt ihnen ihr wohl verrücktestes Erlebnis ein: „Wir sind abends in Nordfriesland losgefahren, um morgens um 8 Uhr in Dortmund für eine WDR-Aufzeichnung zu sein. Wir haben die Nacht nicht geschlafen und haben dann den Soundcheck und die Aufzeichnung machen müssen. Abends sind wir dann nach Kiel gefahren, um dort um halb 11 auf der Jungen Bühne zu spielen. Es war ein anstrengender, aber geiler Tag.“

Egal, ob sie in einer kleinen Kneipe auf Amrum oder auf einer riesigen Bühne in Mailand spielen, sie „haben immer Bock“! Aber selbst dann kann auf der Bühne auch mal was schief laufen. Ein verlegenes Lachen geht durch die Runde und alle denken an den gleichen Auftritt. An den Auftritt, bei dem ein Coversong daneben ging. Finn-Bo schildert: „Wir hatten vergessen, wie lange wir spielen mussten und wir hatten gar nicht so viel Programm. Also haben wir gesagt, wir covern jetzt noch diesen einen Song und das ist völlig in die Hose gegangen. Ich konnte den Text nicht und das Tempo war falsch. Wir waren in zwei verschiedenen Galaxien tonmäßig. Das war damals echt peinlich.“ Dafür ist es umso lustiger, „wenn sich nicht mehr ganz so junge Frauen an Liam ranmachen“ – Bratäpfel für jedermann (und -frau).

Zu jeder Zeit an jedem Ort
Neben ihrem aktuellen Musikvideo „Encore“ haben Roast Apple vor kurzem ihre neue EP (Young Hearts) veröffentlicht. Inzwischen haben sie zwei EPs produziert und können den jeweiligen Prozess gut mit dem anderen vergleichen. „Für die erste EP hatten wir nur vier Tage in einem kleinen Studio ohne Klimaanlage. Wir haben uns totgeschwitzt“, berichten sie mir. Für die zweite EP sind sie nach Ostfriesland gefahren und haben für insgesamt zwölf Tage in einem größeren Studio „gelebt“ (schlafen, kochen, sauber machen, Musik machen). „Hier hatten wir viel mehr Möglichkeiten, Sachen auszuprobieren und haben auch Kritik für unsere Musik bekommen.“ Es war eine sehr lehrreiche Zeit und Rouven fügt hinzu: „Du bist in einem kreativen Loch – also im positiven Sinne – und dann kommst du plötzlich wieder ins normale Leben. Daran musst du dich dann erst wieder gewöhnen.“

Was genau ihnen die Zukunft bereithält, wissen die vier nicht, aber was sie wissen ist, dass sie viele neue Songs schreiben werden, viele Konzerte spielen wollen, viel von der Welt sehen möchten und sich persönlich wie musikalisch weiterentwickeln wollen. Ich denke, das wird für Finn-Bo („das Arbeitstier“), Rouven („der Motivator“), Lukas („der Umsetzer“) und Liam („der Redselige“) nicht schwer sein. Bald kommt ihr erneuter Auftritt auf der Jungen Bühne Kiel zur Kieler Woche 2017 und dafür erhoffen sie sich gutes Wetter und viel Publikum. Liam würde sagen: „Wir haben Bock!“ Mit Finn-Bo’s letzten Worten schließen wir das Interview ab: „Wir haben auf jeden Fall paar neue Songs dabei, die wir dort noch nie gespielt haben. Würde ich in Kiel wohnen, ich wäre da.“ Roast Apple sind zu jeder Zeit an jedem Ort – ob nun persönlich oder nur ihre Musik aus den Boxen.

Für eure Zukunft wünsche ich euch, dass ihr nie den Geschmack des Bratapfels verliert und euch immer danach ist, diesem treu zu bleiben. Bleibt wie ihr seid!



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Kieler Woche 2017 vom 17. juni – 25. juni 2017
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Herr Nüchternd statt ernüchternd
Im Interview mit Herr Nüchternd

Herr Nüchternd statt ernüchternd.

Mit gemächlichen Schrittes betreten wir am 10.04.2017 den Proberaum des Jugendtreffs in Pries. Jeder schnappt sich einen Stuhl, der Teil eines kleinen Stuhlkreises wird. Leadgitarrist Malte konnte heute leider nicht dabei sein.


Die nüchternen Herren
Zu dieser „nüchternen“ Herrenrunde gehören Sänger und Gitarrist Nico (25), Leadgitarrist und Mundharmonikaspieler Malte (26), Bassist Patrick (25) und Schlagzeuger Jan (24). Zusammen erheitern sie ihr Publikum mit gut durchdachten Songtexten über das eigene Leben.

Nico rückt auf seinem Stuhl zurecht und beginnt: „Angefangen habe ich mit Klavier, als ich noch ganz jung war. Ich hörte aber auch schnell wieder damit auf. Einige Jahre nach meiner ersten Punkband, in der ich nicht gesungen habe, habe ich gemerkt, dass mir singen viel Spaß macht und habe auch zuhause für mich gesungen. Ich wollte wieder ein Instrument spielen und habe mir die Gitarre als Begleitung ausgesucht.“

„Ich habe mit 13 angefangen Bass zu spielen. Freunde von mir sagten, sie hätten eine coole Band und bräuchten noch unbedingt einen Bassisten. Ich ging also immer zur Bandprobe, aber es war fast nie jemand da. Ich habe mich dann ganz alleine mit diesem Instrument, was in der Proberaumecke stand, hingesetzt und einfach so vor mich hin geklimpert“, erinnert sich Patrick.

Da Malte nicht da ist, versucht Nico mir zu erzählen, wie er zur Gitarre und zur Mundharmonika gekommen ist. Dazu muss man wissen, dass Malte glaubt, er wäre im falschen Jahrzehnt geboren. Alle seine Gitarrenhelden (z.B. B. B. King) lebten zwischen den 30er und 60er-Jahren. Durch sie wurde er zur Gitarre angeregt und mit der Zeit kam die Mundharmonika hinzu.

Jan dreht sich auf seinem Stuhl hin und her und sagt: „Schlagzeug wollte ich, seit ich fünf Jahre alt bin, spielen. Ich habe auf einem Dorffest eine Band gesehen und dachte mir `Oh cool, Schlagzeug´ und dieses Gefühl hat sich dann verstärkt, weil mein Opa früher auch Schlagzeuger war. Richtig angefangen habe ich dann aber erst mit zehn.“

Schlechte Wortwitze
Nico und Malte haben zusammen ihre Erzieherausbildung gemacht. Danach wollte Nico weiterhin etwas mit Malte machen und so entstand das Fundament der Band. Schnell stellten sie fest, sie brauchen mehr Musiker und fragten Patrick (spielte mit Nico in dessen zweiten Band) und den ehemaligen Schlagzeuger Lasse, der vor kurzem aus beruflichen Gründen umziehen und die Band verlassen musste. Nico kannte Jan noch aus seiner ersten Band. „Ich spiele eigentlich im Hardcore- und Metalcore-Bereich und musste erst mal überlegen, weil die Musik von Herr Nüchternd eine ganz andere ist. Aber ich dachte, wenn man was anderes spielt und andere Einflüsse ganz anders auslebt und sich dadurch auch neue Sachen aneignet, ist das sicher cool“, erklärt Jan. Seit 2015 sind sie als Herr Nüchternd unterwegs. Nico ist Fan von schlechten Wortwitzen und obwohl bereits ein erster Bandname stand (Kumpels von mir), fiel Nico ihr heutiger Bandname ein. „Kumpels von mir“ konnte sich am Ende nicht durchsetzen, da Nico das Gefühl hatte, dieser klinge mehr nach Punk als nach Pop.



Der Musikstil von Herr Nüchternd ist schnell umschrieben: „Deutschsprachige Texte treffen auf eingängige Popmusik“. Bisher verfasst Nico die Songtexte alleine. Zuerst auf Englisch (z.B. „Me and my Shoes“) und heute auf Deutsch (z.B. „Sag bloß wir zwei“, „Berlin“), denn „die Leute sagen mir oft, Deutsch steht mir besser und ich solle mehr auf Deutsch machen“, erklärt Nico. Zudem fällt es ihm in dieser Sprache einfacher, (schlechte) Wortwitze einzubauen. Als Sänger schreibt er die Worte nieder und wir Zuhörer können sie aus jeweils einem anderen Blickwinkel betrachten, denn Nico singt hauptsächlich über sein Privatleben und jeder von uns hat sicher schon ähnliche Situationen erlebt.

Schnell voran
Ihren ersten Auftritt hatten sie kurz nach ihrer Gründung in einer kleinen Disco. Damals saß Lasse noch am Cajón. „Die Songs haben sich dann erst mit den Auftritten weiterentwickelt“, erinnert sich Nico schmunzelnd. Alle waren aufgeregt und das ist auch heute noch so. Vor nicht allzu langer Zeit hatten sie ihren ersten Auftritt mit Jan zusammen. Der lacht und sagt: „Nico hat dem Publikum verraten, dass ich neu in der Band bin. Deswegen wurde ich noch mehr beobachtet. Ich wäre fast geschmolzen hinter meinem Schlagzeug, denn ich hatte seit acht Jahren kein Konzert mehr gespielt und war sehr aufgeregt.“

Ihren schönsten Auftritt hatten sie beim „Ehrensache Festival“ in Süsel letztes Jahr. „Wir haben um Mitternacht gespielt. Es waren nicht mehr viele Leute da, aber diese paar Leute hatten so viel Spaß vor der Bühne“, erinnern sich Nico und Patrick. „Wir wurden direkt nach dem Auftritt gefragt, ob wir nächsten Jahr wieder kommen. Wir freuen uns schon drauf!“ Kein Wunder, dass sie gefragt wurden, denn Nico mit seiner warmen und authentischen Stimme, Malte mit seinem unvergleichbaren Stil (Schiebermütze und auffällige Brille), Patrick mit seinen melodischen Bassläufen und das passende Schlagzeug im Hintergrund regen ihre Zuhörer zum Mitwippen und Tanzen an und machen gute Laune! Aber auch Patzer auf der Bühne machen sympathisch. Nico lacht verlegen und gibt zu: „Ich verspiele mich ständig. Das ist ja schon wieder peinlich. Und ich erzähle gerne schlechte Witze. Ich habe einen sehr einfachgestrickten Humor und den finden nicht alle witzig und manchmal ist Stille danach.“



Herr Nüchternd – das klingt ernüchternd, aber das sind sie keineswegs! Nico wurde bereits bei einem Festival von zwei Mädchen angesprochen und gefragt, wann Herr Nüchternd wieder einen Auftritt haben. Sie selbst sind aber auch Fans. So erzählt Patrick begeistert von seinem Erlebnis mit den Wise Guys: „Ich habe die Band zusammen mit meinem besten Freund auf der Kieler Woche gesehen. Da hat mein bester Freund seinen Strohhut zu Nils auf die Bühne geworfen. Einige Konzerte später waren wir wieder auf einem ihrer Konzerte und trafen sie im Foyer. Wir haben Nils angesprochen und er wusste noch genau, wer wir sind und sagte, er habe den Hut immer noch.“

Keine Spur von Ernüchterung
Gerade sind sie dabei ihre erste EP fertigzustellen. Diese haben sie zusammen mit Jören (Schlagzeuger bei Gordon Shumway, Bassist bei Elvis Dies Tomorrow) aufgenommen und finden: „Er hat das richtig gut gemacht!“ Diese lange Zeit war sehr lehrreich und hat ihnen gezeigt: „Dass man noch sehr viel mehr üben muss.“ Diese lange Zeit hat sie aber auch enger zusammengeschweißt. „Ich bin ein bisschen cholerisch manchmal. Dann fange ich an, etwas impulsiv zu reagieren oder zu meckern und Malte kann das mit sehr viel Humor abfangen und ins Positive drehen. Das schätze ich an ihm“, meint Nico. „Und ich mag an Malte seine Art, wie er `Ich nehme jetzt mal diese Mundharmonika´ sagt“, grinst Patrick. Und seitdem Jan Teil der Band ist, kommt frischer Wind rein. Zusammen wollen sie mit ihrer bald erscheinenden EP mehr Zuhörer erreichen und mehr auf sich aufmerksam machen.

Zum Schluss reden wir noch über ihren kommenden Auftritt auf der Jungen Bühne Kiel zur Kieler Woche 2017. „Egal, ob die Sonne scheint oder ob es regnet, wir werden Spaß haben“, meint Patrick glücklich. Da fällt Nico witzelnd ein: „Das wird ein schöner Abschied. Weil nächstes Jahr gehören wir zu den Musiker-Opas. Dieser Auftritt wird ein großer Schritt Richtung Rente.“ Um auf der Jungen Bühne spielen zu dürfen, darf die Band das Durchschnittsalter von 27 nicht überschreiten. „Und falls ich mich jetzt verrechnet haben sollte, nennen wir uns einfach die Scorpions der Jungen Bühne und werden so viele Abschieds-Konzerte spielen, dass die Leute sich nicht mehr retten können“, fügt er noch schnell hinzu. Da meint Patrick: „Ein letztes Mal die Bühne richtig ab-popular-musiken“ und Nico verbessert ihn mit: „Wir werden diese Bühne so was von auseinander poppen.“

Egal, wie alt diese Jungs einmal sein werden, bei Herr Nüchternd wird keine Spur von Ernüchterung zu finden sein! Für eure Zukunft wünsche ich euch zusammen nüchterne Stunden und dass ihr euch nie unterkriegen lasst!



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Kieler Woche 2017 vom 17. juni – 25. juni 2017
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Im Interview mit Gordon Shumway

Ein Pseudonym für ihre Kunstform.

Mit den chaotischen Jungs von Gordon Shumway geht es am 29.03.2017 in die Kieler Campus Suite. Themen wie Alf, Punk-Rock und Social Media werden heiß diskutiert und das, was am Ende wichtig ist, wird mir ganz klar vor Augen geführt.


Freizeitpunker
Gordon Shumway klingt nach einem, sind aber zwei. Sänger, Bassist und Jörens Untertan namens Nils – genannt Holzer – (25) und Chef Jören (24) am Schlagzeug („Schiessbude“) brechen aus dem makellosen Musikgenre Punk-Rock aus und treten der heutigen von Social Media abhängigen Gesellschaft entgegen.


Holzer überlegt grinsend: „Wie fing das bei mir an? Das Singen kam mit meiner früheren Band Affengebrüll, als ich 16 Jahre alt war. Genau wie bei Gordon Shumway musste ich singen, weil es wahrscheinlich kein anderer besser konnte. Das Gitarre spielen kam irgendwann dazu und jetzt spiele ich Bass bei Gordon Shumway, weil ich es muss.“


Jören – feierte mit der Band Elvis Dies Tomorrow, wo er den Bass wummern lässt, internationale Erfolge. In dieser Band sorgt er hinter dem Schlagzeug für den richtigen oder auch mal den falschen Beat, aber eigentlich möchte er lieber Gitarre spielen. So war das auch früher schon. „Ich habe in der Schule ein musikalisches Früherziehungsjahr – Musikzirkel – gemacht. Dort konnte man jeden Monat ein anderes Instrument ausprobieren. Der Witz war: das waren 12 Instrumente und Gitarre war bei mir das Letzte. Ich musste also ein Jahr warten, bis ich das Instrument spielen konnte, das ich wollte“, erinnert er sich.


Gordon Shumway waren aber nicht immer nur zu zweit. Bis vor mehr als einem halben Jahr waren sie noch zu dritt. Jören blickt in die Ferne und denkt zurück: „Holzer und Hagen haben früher zusammen Musik gemacht und mich dazu überredet mitzumachen. Ich wollte nicht, musste aber und schon saß ich hinterm Schlagzeug.“ „Und der Bandname kam uns, als wir zusammen `Alf´ geguckt haben“, redet Holzer weiter. Vielleicht waren auch Alkohol und eine Vision der Weltherrschaft mit im Spiel. Aus einer damals urkomischen Idee ist heute ihr „Pseudonym für die Kunstform“ ihrer Musik geworden. Hagen hat die Band im vergangenen Jahr dann aus persönlichen und beruflichen Gründen verlassen. Jören und Holzer glauben, er befinde sich vielleicht auf Tour mit der Band Green Day oder er bekocht Kindergartenkinder – aber das ist eher unwahrscheinlich.


Fressen und gefressen werden
Wie lässt sich die „Kunstform“ von Gordon Shumway beschreiben? „Anfangs wollten wir zu den anderen Kieler Punk-Bands gehören“, beginnt Holzer, aber „Wir waren nicht mit denen auf einer Wellenlänge, also haben die uns ausgegrenzt. Die Kieler Bandszene ist wie ein Haifischbecken. Fressen und gefressen werden. Und wir haben uns aufs Fressen spezialisiert“, ergänzt Jören. Mit ihren deutschen Songtexten machen sie sich ausschließlich über andere lustig, möchten ihre Zuhörer provozieren, indem sie sie auf das Leben in unserer Gesellschaft aufmerksam machen und finden: „Unsere Provokation funktioniert. Das ist immer wieder ein Zeichen, wie intolerant doch die vermeintlichen tolerantesten Menschen in unserer Kultur sind.“





An ihren ersten Auftritt zu dritt können sie sich noch gut erinnern. Es war volles Haus und Jören sagt: „Das war schrecklich. Das waren sehr viele Leute und wir konnten unser Set nicht richtig spielen.“ Damals haben sie noch Akustik gespielt und laut Holzer alles etwas langsamer. Jören denkt an ihren Rhythmus, lacht und fügt hinzu: „Der Schlüssel zum Erfolg der Musik ist, alles schneller zu machen, als man denkt, weil dann ist es schneller vorbei.“ Ihren selbsternannten Meilenstein hatten sie dann aber bei ihrem ersten Auftritt zu zweit. „Das war wie eine kleine Wiedergeburt der Musik.“ Besonders aufregend ist es für die beiden, wenn sie etwas Neues ausprobieren. Jören grinst in sich hinein und gibt zu: „Bei mir schlägt die Aufregung immer relativ schnell in Euphorie um. Wenn die Leute das gut finden, dann habe ich Spaß und wenn sie das scheiße finden, dann habe ich meistens noch mehr Spaß.“ Bei Holzer ist es ähnlich: „Ich habe dann so eine Unbeschwertheit beim Spielen, wenn das Publikum unseren Lärm scheiße findet.“


Bevor das Publikum aber zu hören kriegt, was Gordon Shumway denken, versuchen sich die beiden für den Auftritt warm zu machen, was oft wegen ihrer Faulheit nicht immer klappt. Dann ist beim Auftritt doch sicher schon mal was schief gelaufen oder? „Wäre ich Julius Kröger (Sänger bei Elvis Dies Tomorrow), würde ich sagen, ich habe alles im Griff, aber“, beginnt Nils locker, aber da wird er von Jören unterbrochen: „Im Prinzip läuft viel schief, aber das ist uns egal.“ Aber der Gordon Shumway-Strom reißt nicht ab! Ein persönlicher Hightlight-Auftritt war wohl, als sie als Vorband einer ihrer Lieblingsbands spielen durften: Schmutzki. „Wenn du die Zusage als Vorband für eine Band bekommst, die du selber total abfeierst, dann ist das nochmal was anderes, als wenn du einfach auf ein Konzert gehst“, finden beide glücklich.


Gefühle Pur
„Gefühle Pur“ – so heißt ihre erste EP. In diese haben sie viel Zeit, Arbeit, Herzblut, Enthusiasmus und Idealismus gesteckt. Jören macht mir klar, dass hinter so einer EP viel mehr steckt, als nur auf „record“ drücken. Große Faktoren sind ein gutes Studio mit gutem Sound, eine gute Musikausrüstung, die Musik muss stimmen, aber auch eine erfahrene Person hinter dem Mischpult ist wichtig. „Wenn der Typ, der hinter dem Mischpult sitzt, keine Lust hat, sich mit deiner Musik auseinander zu setzen, sich nicht auf dich einlassen kann und dich das einfach nur spielen lässt, dann wirst du am Ende selbst nicht zufrieden sein. Wenn du aber jemanden hast, der Wert auf die Musik legt, dann klingt es auch dementsprechend.“ Gordon Shumway waren bei Jens Krabbenhöft im JAK’s Hell. „Das war eine deprimierende Arbeit. Du hast das Gefühl, du kannst nichts. Aber Jens formt dich und am Ende bist du stolz auf das, was du erreicht hast“, meint Holzer. „Wenn man sein nicht existierendes Talent seelisch überwunden hat, dann geht es“, fügt Jören hinzu. Und der Schlüssel zum Erfolg sind: Harte Arbeit, viel Selbstreflexion, Schweiß, Ordnung, Sauberkeit, Disziplin und Pünktlichkeit. Zudem kann öffentlich bekanntgegeben werden, dass zwei weitere EPs in Planung sind.





Weiterreisen
„Jetzt geht es rund!“ Für die kommende Zeit sind beide bereit. Jören überlegt: „Wir sind wie ein perfektes Ehepaar. Wir ergänzen uns in vielen Dingen. Wenn Holzer ausrastet, bleibe ich ruhig und wenn ich ausraste, bleibt Holzer ruhig. Holzer ist sehr hilfsbereit, kritikfähig, lernfähig, geduldig, hält immer meine schlechte Laune aus und bekocht mich.“ „Und Jören ist ein sehr ehrlicher Mensch, ebenfalls immer hilfsbereit und nicht doof wie 100 Meter Feldweg“, listet Holzer weiter auf. Als „perfektes Ehepaar“ freuen sie sich schon auf ihren Auftritt auf der Jungen Bühne Kiel zur Kieler Woche 2017. „Wir sind sehr dankbar, dass wir auch von der Jury so gut bewertet wurden.“ Zudem freuen sie sich auf das BandCamp (ein kostenloses Promovideo gedreht im vor Ort stehenden Bandcontainer), auf die vielen Leute vor Ort und einigen sich auf ein gemeinsames Schlusswort: „Es könnte großartig werden und wenn nicht, dann ist das egal. Aber macht euch auf was gefasst! Wir werden unsere ganze Energie da rein stecken, um diesen Auftritt zu etwas Besonderem zu machen. Und wir möchten natürlich ganz liebe Grüße an die richten, die nicht reingekommen sind – wir hätten gerne ein paar der anderen Bands auf der Bühne gesehen. Also Grüße an alle außer Elvis Dies Tomorrow!“ Egal, was die Zeit bringt und die Gesellschaft für Gordon Shumway bereithält – sie werden weiterreisen.


Für eure Zukunft wünsche ich euch, dass ihr beim Ritt auf den Sozialen Medien niemals den Halt verliert und euch von der heutigen Gesellschaft nicht unterkriegen lasst! Bleibt, wie Alf, eine andersdenkende Lebensform.


Das Interview wurde am 29.03.2017 in Kiel geführt.




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Kieler Woche 2017 vom 17. juni – 25. juni 2017
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Laut. Lauter. Am Lautesten.
Im Interview mit Screaming Stereo

Laut. Lauter. Am Lautesten.!

In Kiel scheint der Frühling zu kommen, aber zum abendlichen Draußensitzen ist es noch zu frisch. Deshalb habe ich mich am 22.03.2017 mit den humorvollen Jungs von Screaming Stereo auf ein Feierabendbier in der Campus Suite getroffen. Während unserer gemeinsamen Zeit erzählten sie mir mit guter Laune, was ihre Musik ausmacht.


Tonkünstler
Ihr Bandname verrät es bereits – bei ihnen kommt keine leise Musik aus den Boxen. Hier schnellt der Lautstärkepegel in die Höhe, sobald Sänger Nils (26), die beiden Gitarristen Tjark (28) und Jochen (24), Björn (29) am Bass und Lennart (25) am Schlagzeug loslegen und in ihrem Element sind, nämlich dem Musikersein.





Man sagt, vielen sei das Talent in die Wiege gelegt; Nils entdeckte seines bei den Bandproben von Screaming Stereo, als er noch gar kein festes Mitglied der Band war. „Ich saß mit meinem Bier daneben und hörte zu. Irgendwann war der Sänger nicht zur Probe erschienen und da ich die Songtexte alle kannte, bin ich eingesprungen. Das haben wir öfters mal gemacht und am Ende ist es so geblieben“, erzählt er grinsend.


Bei Tjark begann alles im jungen Teenageralter. Ohne lange überlegen zu müssen erinnert er sich: „Zwei Kumpels von mir hatten die Idee, Gitarre und Bass spielen zu lernen. Zum 14. Geburtstag habe ich dann von meinen Eltern eine Gitarre geschenkt bekommen und kurz darauf folgte dann der Gitarrenunterricht.“


Wem Jochen bekannt vorkommt, dann sicher aus der Band Bulldriver. Dort hat er bis vor einigen Monaten noch den Bass brummen lassen; heute lässt er die Gitarrensaiten erklingen. Doch begonnen hat alles mit einem anderen Instrument. „Ich habe mal Posaune gespielt, aber weil ich viel von Motörhead gehört habe, war das Instrument nicht ganz so passend. Also fing ich mit Gitarre an, aber habe dann schnell zum Schlagzeug gewechselt. Ich habe jahrelang gespielt – war auch gar nicht mal so schlecht -, aber das wurde mir irgendwann zu laut. Also kehrte ich zur Gitarre zurück und spielte zusätzlich nebenbei Bass.“


Björn lacht in sich hinein und lässt uns an seiner Erinnerung teilhaben: „Wie das so ist, hat man im jungen Alter, wenn man nicht mehr ganz nüchtern ist, die verrücktesten Ideen. Meine damaligen Freunde und ich hatten im Sommer auf dem Rasen liegend den Einfall `Lasst mal eine Rockband gründen‘. Einer von uns spielte bereits Schlagzeug. Und was braucht man noch? Eine Gitarre und einen Bass. Wir haben mit `Sching, Schang, Schong´ ausgelost, wer den Bass nehmen muss. Und ich habe gewonnen!“ Da fällt ihm eine Anekdote ein, warum seine `Gitarre´ nur vier Saiten hat: „Bei einem Unplugged-Konzert kam ein kleiner Junge mit seiner Mutter zur Bühne und fragte sie: „Mama, wieso haben die anderen mehr Saiten als der da?“ und sie sagte „Der er ist noch nicht so gut. Das ist eine Anfänger-Gitarre“.“


Lennarts Wahl zum Schlagzeug und Backgroundgesang ist schnell erzählt: „Ich spiele Schlagzeug seit ich acht bin und wie ich zum Gesang kam, kann ich gar nicht sagen. Das hat sich mit der Zeit so ergeben“, schmunzelt er.


Aus zwei mach fünf
Aus Heide und Kiel kommen sie her. Tjark und Björn kennen sich seit vielen Jahren und machen schon lange Musik zusammen. 2012 wurde Screaming Stereo mit einem anderen Sänger, einem anderen Gitarristen und einem anderen Schlagzeuger gegründet. Die Zeit verging und der ehemalige Sänger wurde durch Nils, der ehemalige Schlagzeuger durch Lennart und der ehemalige Gitarrist durch Jochen ersetzt. Tjark erwähnt: „Er kam rein und hat Nils sofort einen Spruch an den Kopf geknallt und da haben wir gesagt „Das ist er“.“ `Screaming Stereo´ entsprang dem ehemaligen Gitarristen. Auf der Liste mit vielen gesammelten Bandnamen, war dieser der Coolste und der einzige, der schnell ins Ohr geht, aber lange im Kopf bleibt. Zusammen gehen sie wie Brüder durch dick und dünn und fabrizieren ihren ganz eigenen Musikstil.


Sie sind laut. Lauter. Am lautesten. Keiner ihrer Songs klingt wie der andere und bringt laut Björn immer wieder ein neues Gefühl mit sich. „Auf diese Vielseitigkeit sind wir sehr stolz“, sagt Nils. „Wir wissen selber nicht, was wir tun. Es passiert einfach. Aber das schöne ist, wir machen es gerne“, fügt er lächelnd hinzu. Mit ihrem Alternative-Rock (oder gerne umschriebenen `Anders-Rock´) fassen sie ihren Musikstil zusammen. Ihre Songtexte handeln von dem, was jedes Bandmitglied aktuell beschäftigt. Es gibt keinen alleinigen Songwriter. Es hat sich zwar herausgestellt, dass Tjark das Worte-Genie in der Band ist, aber „die anderen haben auch viele Ideen und kommen damit zu mir. Ich muss diese dann nur ins Englische übersetzen und so formulieren, dass es passt“, wirft Tjark mit erhobenem Finger ein.


Musikalische Ladentour
Zu fünft ziehen sie von einer Kneipe in die nächste und auch die nächtlichen Clubs werden mit Partystimmung gefüllt. „Unseren ersten gemeinsamen Auftritt hatten wir in der Kneipe, wo ich früher gearbeitet habe. Ich war damals so aufgeregt, dass ich mich krampfhaft am Mikrofonständer festgekrallt habe und nicht ins Publikum gucken wollte“, platzt es aus Nils heraus. Heute animiert er das Publikum zum Mitmachen, hüpft selbst ins Publikum und tanzt mit der Meute vor der Bühne. Es wird zusammen Party gemacht, bis am Himmel die Sonne aufgeht. Die gute Stimmung kommt aber nicht nur durch die rockige Musik, sondern auch durch die humorvollen Jungs, die für diese verantwortlich sind. „Es gibt keinen Auftritt von uns, der nicht lustig ist“, meint Nils. Ganz spontan lassen sie sich etwas für ihren Auftritt einfallen – für nichts gibt es ein Drehbuch. Und so passierten auch mal Dinge, die nicht vorhersehbar waren. „Wir haben mal mit Lennarts Kopf eine Discokugel von der Decke geholt“, lacht Björn. „Ich saß bei ihm auf den Schultern und bin an der Discokugel hängen geblieben und dabei ist sie runtergefallen“, erzählt Lennart weiter. „Ein anderes Mal hat einer von uns Bier in die Steckerleiste gekippt. Plötzlich war der Strom weg. Lennart musste dann ein Solo spielen und wir anderen mussten tanzen, um die Wartezeit zu überbrücken“, denkt Tjark an damals zurück. Nach einer kurzen Überlegungszeit schwelgen Lennart und Björn in Erinnerungen und erzählen zusammen: „Wir haben beim R.O.H. Festival in Kropp auf dem Dach einer Holzhütte gespielt. Wir konnten über den ganzen Feldmarkt blicken und vor uns ging die Sonne am Horizont unter. Es wurde dunkel und dann kam einer, der um uns herum Fackeln anzündete. Das war einfach ein geiles Gefühl!“


Während die Band denkt „geiler Auftritt“, denkt sich das Publikum „geile Band“ und so kommt es, dass der ein oder andere immer wieder zu ihren Auftritten kommt. So gibt es in Heide einen Mann, der angeblich immer in weißer Weste und mit Zigarre vor der Bühne steht und die Musik von Screaming Stereo feiert. Nils merkt an: „Bei dem habe ich mein erstes Autogramm gegeben.“ Es kam aber auch schon vor, dass Fans der Band nach Mannheim zu einem Konzert nachgereist sind. „Das war eine sehr große Freude, bekannte Gesichter zu sehen“, finden alle. Ihr größtes gemeinsames Highlight war allerdings, als sie bei einer Veranstaltung zusammen mit Santiago Ziesmer (Synchronstimme von Spongebob Schwammkopf) im Anschluss etwas getrunken haben. Nils bekommt leuchtende Augen und verrät: „Ich bin mega Spongebob-Fan und habe dann mit ihm das Lagerfeuerlied Lied gesungen.“


Screaming Stereo zuhause
2014 brachten sie ihre erste EP heraus. Keine leichte Arbeit, denn keiner kannte sich mit Aufnahmen und der Technik aus. Wie nimmt man jedes Instrument richtig auf, dass man einen coolen Sound hat? 1 ½ Jahre hat die EP in Anspruch genommen. Fertiggestellt wurde sie im trauten Heim („Wir mussten sie selbst brennen“). Für ihr neues Album, welches 2016 veröffentlicht wurde, haben sie Unterstützung von Mirco Gertz von MikroKopf Studio bekommen. Gemeinsam mit ihm haben sie ihre eigenen und seine Vorstellungen versucht gekonnt umzusetzen. „Wir haben viel gelitten, weil wir vieles so oft neu machen mussten“, beschwert sich die Band gespielt. Aber am Ende hat sich die viele, harte Arbeit gelohnt! Alle finden, das Endprodukt könnte nicht besser sein. Lennart sagt: „Man muss hier auch nochmal Mirco loben, dass er den ganzen Weg mit uns gegangen ist und seine Erfahrungen mit eingebracht hat.“ Und als das Album fertig gemastert und gedruckt war? „Da habe ich, ganz ehrlich, fast vor Freude auf meinen Sitz gepinkelt, als ich die beiden Kartons auf dem Rücksitz hatte“, beichtet Björn.


Aufstehen und Musik machen
Auf meine Frage nach ihren Zukunftsplänen wird mir mehr mit Spaß, als mit Ernst geantwortet. So bekomme ich von Björn zu hören: „Lennart und ich heiraten bald“ und Lennart listet weiter auf: „Ich möchte mit einer Limousine durch die Stadt fahren und Menschen mit Farbeimern beschmeißen.“ In Wirklichkeit träumen sie davon, morgens aufzuwachen und zu wissen, heute müssten sie nur Musik machen, denn alleine davon leben sie. Sie möchten zusammen als Band viele neue Songs schreiben und bei weiteren Auftritten viele neue Leute kennenlernen. Und sollten in Zukunft schwere Zeiten im Musikgeschäft auf sie warten, dann werden sie diese gemeinsam durchstehen. „Björn ist der Beobachter. Er weist uns auf viele Dinge hin, die wir nicht so sehen“, findet Tjark. Lennart meint: „Nils ist sehr organisiert und mit ihm kann ich über alles reden. Und Tjark ist eine sehr liebenswerte Person, die sich für vieles bereit erklärt.“ Lennart ist laut seinen Bandkollegen „der Knüller bei Gesangsmelodien“. Es herrscht kurz Stille und dann sagt Jochen mehr zu sich selbst als zu uns: „Also ich mag mich.“ Ein Lachen ertönt in unserer Runde, bevor wir langsam zum Ende unseres Interviews kommen.


Im kommenden Juni werden Screaming Stereo auf der Jungen Bühne Kiel zur Kieler Woche 2017 auftreten. Wie fühlen sich die glücklichen Teilnehmer? Arme werden in die Luft gestreckt und es wird laut „Yeah“ gerufen. Und dann möchten sie noch ein paar Worte loswerden: „Vielen Dank, dass ihr uns beim Online-Voting über die Fachjury hinweggehoben habt und dass wir die Möglichkeit haben, dort zu spielen. Ihr werdet es nicht bereuen. Das wird ein Spaß!“


Für eure Zukunft wünsche ich euch immer einen auf hoher Laustärke stehenden Pegel, sodass euch jeder hört. Lasst euch von niemandem herunterdrehen und bleibt eurem Musikstil treu!



(von links nach rechts unten: Jochen, Björn, Nils, Tjark und Lennart)




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